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CD-Besprechung

J. Brahms

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 2117

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 07.11.14

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BIS 2117

1 CD/SACD stereo/surround • 76min • 2014

Nehmen wir ein „sprechendes“ Detail in der neuen, ausschliesslich Johannes Brahms gewidmeten Aufnahme des Pianisten Jonathan Plowright vorweg. In den Variationen über ein eigenes Thema op. 21 Nr. 1 verlaufen die ersten sieben Variationen durchaus lyrisch und versonnen, ja introvertiert. In der Nummer 8 wie in den beiden folgenden Variationen jedoch droht der tönende Verlauf in heftiger Attacke zu explodieren, man ahnt sogar Trommelwirbel. Es ist ein Überraschungseffekt, zugegeben, aber der Interpret muss ihn zwingend herausarbeiten. Das gelingt Jonathan Plowright angemessen – er übersteigert nicht, doch er mildert auch nicht ab, er ebnet die heftigen Kontraste keineswegs ein und akzentuiert zugleich ihre logische Entwicklung innerhalb des gesamten Zyklus.

Natürlich verfügt Jonathan Plowright über das technische Handwerk, um Brahms’ pianistischen Ansprüchen auch in kniffligere, virtuosere Regionen zu folgen. Das heisst, er kann energisch zulangen, wo es gefordert ist, denken wir an das rhythmisch geprägte es-Moll-Scherzo op. 4 (wahrscheinlich das erste vollendete Werk des Komponisten und keineswegs zufällig mit „rasch und feurig“ überschrieben) oder die vom Sturm & Drang-Impetus geprägten Ecksätze der 2. Klaviersonate fis-Moll op. 2. Plowright mag sich heftig gebärden, aber er lärmt nicht – Fortissimo-Passagen sind Entladungen und nicht Effekthaschereien.

Der 55jährige englische Pianist dürfte – trotz diverser internationaler Preise und Auszeichnungen – in seiner Heimat bekannter sein als auf dem Kontinent. Gegenwärtig amtiert er dort an der University of Chichester und am Royal Conservatoire of Scotland. Was ich am Anfang im Detail festgehalten habe, scheint für die Werkkombination der CD insgesamt zu gelten. Also die Einbettung von Auseinanderstrebendem in einen großen Bogen. Inmitten von drei frühen Werken des jungen, tastenden und gelegentlich ungebärdigen Brahms (2. Sonate, Variationen, Scherzo) stehen die rund vierzig Jahre späten entstandenen Drei Intermezzi op. 117, die der gealterte Komponist selber als „Wiegenlieder meiner Schmerzen“ bezeichnet hat. Hier darf Plowright verfeinerte Klangkultur demonstrieren, zeigen zudem, welch subtile Töne sich dem Steinway entlocken lassen. Selbst dort, wo düstere Regionen aufgeschlossen werden, bleibt die poetische Traumwelt des Lichtes zumindest erahnbar.

Mario Gerteis † [07.11.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Klaviersonate Nr. 2 fis-Moll op. 2 00:28:43
5 Variationen über ein eigenes Thema op. 21 Nr. 1 00:19:57
17 Intermezzo Es-Dur op. 117 Nr. 1 00:04:56
18 Intermezzo b-Moll op. 117 Nr. 2 00:05:44
19 Intermezzo cis-Moll op. 117 Nr. 3 00:06:59
20 Scherzo es-Moll op. 4 00:08:16

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Jonathan Plowright Klavier
 
2117;7318599921174

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