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CD-Besprechung

Notturno
Lieder von Richard Strauss

Notturno<br />Lieder von Richard Strauss

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 22.04.14

DG 00289 479 2943

1 CD • 70min • 2013, 2014

Fast acht Jahrzehnte lang hat sich Richard Strauss mit der Gattung Lied befasst - von einem Weihnachtslied, das er als 6jähriger komponierte, bis hin zu den so genannten Vier letzten Liedern, die in seinem Todesjahr 1948 heraus kamen. Mehr als 200 Titel sind in diesem Zeitraum entstanden, darunter nur 15 reine Orchesterlieder. Doch einen Großteil seiner Klavierlieder hat er später für Orchester bearbeitet oder von anderen, etwa Felix Mottl, überarbeiten lassen. Möglicherweise hatte er die Klangfarben des Orchesters bereits im Kopf, als er an den Klavierfassungen arbeitete.

Der 150. Geburtstag des Komponisten in diesem Jahr schwemmt eine Flut von Neu- und Wiederveröffentlichungen auf den Markt, die ihre Notwendigkeit nicht immer zwingend nachweisen können. Im vorliegenden Falle hat sich mit Thomas Hampson ein seit langem ausgewiesener Lied-Interpret quasi selbst mit einer Auswahl seiner liebsten Strauss-Lieder beschenkt. Darunter sind viele der gängigen Titel, aber auch einige kaum bekannte. Die Zusammenstellung gibt Aufschlüsse über geschmackliche und stilistische Wandlungen im Laufe der Jahrzehnte. Vor allem die vor 1900 entstandenen Lieder pflegen einen Salonton, der die Stimmungen des Fin de siècle einfängt und in ihrer Art näher bei Francesco Paolo Tosti als etwa bei Hugo Wolf oder Gustav Mahler stehen. Strauss selbst hat einmal gesagt, dass die Komposition von Liedern weit mehr von geistreicher Handwerklichkeit als von genialer Intuition abhänge.

Das Notturno auf einen Text von Richard Dehmel (1899), das dem Album den Titel gibt, fällt aus dem kunsthandwerklichen Rahmen deutlich heraus, signalisiert den Aufbruch in eine musikalische Avantgarde, die der Komponist später mit den Opern Salomé und Elektra zur Reife brachte. Es handelt sich um ein mit großem Bläseraufwand operierendes Orchesterlied, bei dem die Streicher allerdings auf eine Solovioline beschränkt bleiben. Thomas Hampson nun gibt dieses Lied in einer Klavierversion wieder, bei der die Violine zwangsläufig noch ein zusätzliches Gewicht erhält. Es handelt sich streng genommen um ein Trio für Stimme, Geige und Klavier. Daniel Hope spielt sein Solo mit berückender Brillianz.

Hampson, der auf die 60 zugeht, erweist sich einmal mehr als ein klug die Texte durchdringender Interpret und verblüfft mit dem geradezu jugendlichen Glanz der Stimme, die deutlich tenorale Qualitäten aufweist. Die gesangliche Geschmeidigkeit und der sichere Geschmack, den er mit dem umsichtig-unaufdringlichen Pianisten Wolfram Rieger teilt, befreien auch die eher kunstgewerblichen Gesänge der Kollektion vor falscher Gefühligkeit.

Ekkehard Pluta [22.04.2014]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Zueignung op. 10 Nr. 1 00:01:43
2 Die Nacht op. 10 Nr. 3 00:02:46
3 Winternacht op. 15 Nr. 2 00:01:44
4 Mein Herz ist stumm, mein Herz ist kalt op. 19 Nr. 6 00:02:37
5 Ach weh mir unglückhaftem Mann op. 21 Nr. 4 00:02:22
6 Ruhe, meine Seele! op. 27 Nr. 1 00:03:19
7 Heimliche Aufforderung op. 27 Nr. 3 00:03:20
8 Morgen! op. 27 Nr. 4 00:03:34
9 Traum durch die Dämmerung op. 29 Nr. 1 00:02:46
10 Sehnsucht op. 32 Nr. 2 00:03:41
11 Das Rosenband op. 36 Nr. 1 00:02:45
12 Befreit op. 39 Nr. 4 00:04:45
13 Notturno op. 44 Nr. 1 00:13:35
14 Freundliche Vision op. 48 Nr. 1 00:02:30
15 Die heiligen drei Könige aus dem Morgenland op. 56 Nr. 6 00:04:55
16 Vom künftigen Alter op. 87 Nr. 1 00:04:43
17 Und dann nicht mehr op. 87 Nr. 3 00:04:57
18 Im Sonnenschein op. 87 Nr. 4 00:04:17

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Thomas Hampson Bariton
Wolfram Rieger Klavier
 
00289 479 2943;0028947929437

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