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CD-Besprechung

Richard Strauss Tondichtungen 2

SWRmusic 93.304

1 CD • 74min • 2012, 2013

28.10.2013

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Mit großer Wucht kündigt sich das 150. Geburtsjahr von Richard Strauss an, und die großen Orchester wetteifern um den Preis für die schlagkräftigste Ausführung. Und hier macht das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg eine höchstrangige Figur. Solche Qualität ist ein veritabler Faustschlag ins Gesicht der Abwickler dieses unverzichtbaren Klangkörpers, ohne den der Südwesten des einstigen "Musterländle" in einer Weise veröden wird, die wir uns noch gar nicht ausmalen können, und deren marodierendes Kulturbanausentum ein Schlag ins Gesicht von uns allen ist. Die SWR-Sinfoniker spielen grandios, auf fast allen Posten makellos und strahlend besetzt, auf der Basis eines exzellenten und kultivierten Streicherkörpers. Und das Ganze ist aufnahmetechnisch schlicht fulminant eingefangen. Trotzdem ist dies keine Aufnahme, die man haben muss, und der Vollendung dieses Strauss-Zyklus ist bereits in der zweiten Runde mit Ernüchterung entgegen zu sehen. Dirigent François-Xavier Roth geht zwar zupackend und energisch zu Werke, doch er hat keine Vision von den drei Tondichtungen, die dramaturgische Geschlossenheit vermitteln könnte, die das Ausmaß der Gegensäätze – zumal im Lyrischen – auszuloten verstünde, die über die Zurschaustellung orchestraler Virtuosität hinaus reichen würde. Also bleibt der Eindruck permanenter Hochleistung, der zweifellos dank der unerschöpflichen Strauss'schen Palette auch hier faszinieren kann, sich aber in der Äußerlichkeit pfauenhaften Auftrumpfens erschöpft. Am besten gelingen Till Eulenspiegels lustige Streiche, die das Orchester sozusagen im Schlaf draufhat, wogegen sich in Don Quixote der innere Zusammenhang der mosaikhaft verketteten Variationen nur oberflächlich erschließt (vorzüglich die Orchestersolisten Frank-Michael Guthmann am Cello und Johannes Lüthy an der Bratsche, wogegen der hervorragende Konzertmeister unbegreiflicherweise ungenannt bleibt). Am nichtssagendsten gerät Macbeth – kein Wunder, denn diese Musik hat das Orchester fast nie gespielt und hatte auch jetzt nicht Gelegenheit, wirklich in die Tiefe zu dringen. Eine Menge Wirkung macht das alles dennoch, ist ja schließlich auch von Strauss, und somit, da an der Oberfläche glänzend gemeistert, eine brillante Visitenkarte für ein grandioses Orchester, dem unsere Politiker längst die Todeszelle verordnet haben.

Christoph Schlüren [28.10.2013]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Strauss
1Till Eulenspiegels lustige Streiche op. 28 (Tondichtung in Rondoform nach alter Schelmenweise) 00:14:33
2Don Quixote op. 35 (Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters) 00:40:41
16Macbeth op. 23 00:18:36

Interpreten der Einspielung

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