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CD-Besprechung

H. Berlioz • E. Chausson • M. Ravel

Berlin Classics 1 CD 0300523BC

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 15.02.13

Berlin Classics 0300523BC

1 CD • 72min • 2010, 2011

Die Zyklen Les nuits d’été von Hector Berlioz (1840/Orchesterfassung 1856) und Shéhérazade von Maurice Ravel (1903) markieren zwei Höhepunkte in der Geschichte des französischen Orchesterliedes und werden häufig gemeinsam aufgeführt. Das diskographische Angebot ist auch in qualitativer Hinsicht stattlich, so dass für eine junge Sängerin einiger Mut dazu gehört, mit einer eigenen Deutung in den Ring zu steigen.

Die Mezzosopranistin Stella Doufexis, die zur französischen Sprache und Musik eine besondere Inklination zeigt, hat diese Herausforderung angenommen und kann in Ehren bestehen, ohne den „klassischen“ Interpretationen etwa von Suzanne Danco oder Régine Crespin eine neue, gleichsam „moderne“ Alternative entgegenzustellen. Bei Berlioz wird ihr insgesamt der clarté verpflichteter Vortrag durch einen Hang zum Portamentieren getrübt, der dem Gesang gelegentlich einen heulenden Beiklang gibt. Für Ravels delikaten Exotismus fehlt es der Stimme an spezifischer Sinnlichkeit. In beiden Zyklen ist auch das Spiel der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz unter Karl-Heinz Steffens zu breit und zu kompakt, da fehlt es an Leichtigkeit und mediterranem Orchester-Flair.

Weniger häufig begegnet man im Konzertsaal dem Poème de l’amour et de la mer von Ernest Chausson, das in diesem Programm ein sinnvolles Bindeglied zwischen den Zyklen von Berlioz und Ravel darstellt. Chausson (1855-1899) war der entschiedenste französische Wagnerianer im ausgehenden 19. Jahrhundert, seine Oper Le roi Arthus ist von Zeit zu Zeit auch auf den Spielplänen deutschsprachiger Theater zu finden. Der Einfluß des deutschen Meisters ist auch in diesem Poème nicht zu verkennen, das aus zwei symbolistischen Gedichten (La fleur des eaux, La mort de l’amour) besteht, die durch ein Orchesterzwischenspiel verbunden sind. Es erinnert an Tristan und Isolde, atmet aber auch das schwere Parfum der französischen Décadence. In diesem Zyklus sind die Musiker mehr in ihrem Element und die Sängerin zeigt – besonders im zweiten Lied – auch emotionale Ausdruckskraft.

Ekkehard Pluta [15.02.2013]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Berlioz Les nuits d'été, Sechs Lieder op. 7 für Singstimme und Orchester (Liederzyklus nach Texten von Théophile Gautier) 00:28:14
7 E. Chausson Poèmes de l'amour et de la mer op. 19 für Singstimme und Orchester (nach Gedichten von Maurice Bouchor) 00:26:15
10 M. Ravel Shéhérazade für Singstimme und Orchester (nach Gedichten von Tristan Klingsor) 00:17:21

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Stella Doufexis Mezzosopran
Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz Orchester
Karl Heinz Steffens Dirigent
 
0300523BC;0885470005232

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