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CD-Besprechung

The Legacy of Mahler

The Legacy of Mahler

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 26.09.12

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Ondine ODE 1208-2

1 CD • 53min • 2011

Ob man Berg und Schönberg, gar Schostakowitsch und Britten als Erben Gustav Mahlers bezeichnen kann, wie der Titel des Albums nahelegt, sei dahingestellt. Auch der Booklet-Text gibt über das Wesen der behaupteten „legacy“ keine Auskunft. Doch unabhängig davon ist diese Zusammenstellung von frühen Werken der genannten Komponisten originell und überaus reizvoll.

Sechs Titel aus Mahlers Liedern und Gesängen aus der Jugendzeit und den Wunderhorn-Liedern leiten das Recital ein. Es folgen 6 von 87 Liedern, die Alban Berg in seiner Jugend schrieb, noch bevor er Schüler von Arnold Schönberg wurde. Dabei wird die Vertonung von Storms Schließe mir die Augen beide gleich in zwei Versionen geboten: 1907 bewegte sich Berg noch ganz im tonalen Bereich und in der Tradition der Spätromantik, 18 Jahre später zeigt der Komponist von Wozzeck und Lulu schon sein modernes Profil. Auch Schönberg war noch nicht Schönberg, als er 1901 – in der Hoffnung auf eine feste Anstellung - für Ernst von Wolzogens Berliner Cabaret „Überbrettl“ Chansons im französischen Stil schrieb.

Fundstücke sind die zwei Fabeln op. 4 des erst 16jährigen Dmitri Schostakowitsch, deren satirischer Witz ahnungsvoll die Erfahrungen des Komponisten im Stalinismus vorwegnimmt. Die Nachtigall singt dem Esel vor und erhält die Empfehlung, noch einmal beim Hahn in die Lehre zu gehen. Benjamin Brittens 1947 für die Mezzosopranistin Nancy Evans geschriebenen fünf Lullabies haben nicht immer die gewollte einschläfernde Wirkung, sondern beschwören auch nächtliche Angstvorstellungen.

Die finnische Mezzosopranistin Virpi Räisänen, die sich international als Interpretin von Musik des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht hat, zeigt sich hier als eine versierte Vortragskünstlerin, die ihrer hellen, in der Höhe aufblühenden, in der Tiefe weniger entwickelten Stimme viele Ausdrucksfacetten abgewinnen kann und den Charakter der Lieder im allgemeinen genau trifft. Einschränkungen sind bezüglich ihrer deutschen Diktion zu machen, vor allem beim Vokal e, in höheren Lagen bleibt der Text unverständlich.

Die Pianistin Marita Viitasalo ist ihr eine hervorragende Partnerin, da sie nicht nur begleitet, sondern mit Einfühlung und Vorstellungskraft Stil und Atmosphäre der Lieder einfängt.

Ekkehard Pluta [26.09.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G. Mahler Ablösung im Sommer 00:01:48
2 Frühlingsmorgen 00:02:00
3 Erinnerung 00:02:59
4 Hans und Grete 00:02:26
5 Serenade aus Don Juan 00:01:48
6 Phantasie aus Don Juan 00:02:30
7 A. Berg Sehnsucht I 00:01:14
8 Er klagt, daß der Frühling so kurz blüht 00:01:04
9 Regen 00:01:30
10 Schließe mir die Augen beide (1907) 00:01:04
11 Schließe mir die Augen beide (1925) 00:01:39
12 Schlafen, schlafen 00:02:56
13 Leukon 00:01:16
14 A. Schönberg Galathea (aus: Brettl-Lieder) 00:03:17
15 Einfältiges Lied (aus: Brettl-Lieder) 00:02:34
16 Der genügsame Liebhaber (aus: Brettl-Lieder) 00:02:47
17 D. Schostakowitsch The Dragonfly and the Ant op. 4 Nr. 1 00:02:41
18 The Ass and Nightingale op. 4 Nr. 2 00:04:47
19 B. Britten A Cradle Song op. 41 Nr. 1 00:02:25
20 A Highland Balou op. 41 Nr. 2 00:02:00
21 Sephestia's Lullyby op. 41 Nr. 3 00:02:01
22 A charm op. 41 Nr. 4 00:01:45
23 The Nurse's Song op. 41 Nr. 5 00:03:55

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Marita Viitasalo Klavier
Virpi Räisänen Mezzosopran
 
ODE 1208-2;0761195120828

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