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CD-Besprechung

Renée Fleming Poèmes

Renée Fleming<br />Poèmes

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 06.03.12

Decca 478 3500

1 CD • 69min • 2009, 2011

Das neueste Recital der amerikanischen Sopranistin Renée Fleming, das französische Orchesterlieder aus einem Jahrhundert miteinander verbindet, kann neben anderen künstlerischen Qualitäten auch den Vorzug besonderer Authentizität in Anspruch nehmen. Denn der am Ende der Kollektion stehende Zyklus Le Temps l’horloge wurde eigens für sie komponiert. Henri Dutilleux war bereits 90 Jahre alt, als er sich an die Arbeit machte, die drei Lieder auf Texte von Jean Tardieu und Robert Desnos zu schreiben. Sie erlebten 2007 beim Festival in Matsumoto unter Seiji Ozawas Leitung ihre Uraufführung. Da sich seine Erwartungen dabei aufs Schönste bestätigten, fügte der Komponist später noch ein Interlude und das Lied Enivrez-vous auf einen Text von Baudelaire hinzu. In dieser fünfteiligen Version kam der Zyklus 2009 in Paris erstmals heraus, wieder unter Ozawas Leitung. Der Mitschnitt dieser Aufführung ist hier einem Recital angefügt, das ansonsten vom Orchestre Philharmonique de Radio France unter Alan Gilbert begleitet wird.

Es enthält zwei weitere Lieder von Dutilleux auf Texte von Jean Cassou, dessen erstes vom Komponisten für die Stimme der Fleming umgeschrieben wurde. Im Zentrum stehen die Poèmes pour Mi, die Olivier Messiaen 1936 für seine erste Frau, die Geigerin und Komponistin Claire Delbos, komponiert hat, zunächst in einer Klavier-, kurz darauf in einer Orchester-Version. Die Lieder verlangen eine dramatischere Stimme als Renée Fleming sie von Haus aus besitzt, doch Gilbert hält den Orchesterklang transparent und gibt der Sängerin die Möglichkeit unangestrengter Stimm-Entfaltung. Hier wie in den Dutilleux-Gesängen, besonders Enivrez-vous, zeigt sich ein energischer, textbezogener Zugriff der Sopranistin, die sich in der jetzigen Phase ihrer Laufbahn nicht allein auf den Glanz der Stimme verläßt. Ravels Shéherazade (1904) dagegen kommt vielleicht ein paar Jahre zu spät für sie, da bleibt – allerdings auch beim Orchester – im Vergleich zu den maßstäblichen Interpretationen – ein wenig an Klangsinnlichkeit zu wünschen übrig.

Alexander Dreyssig [06.03.2012]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Ravel Shéhérazade für Singstimme und Orchester (nach Gedichten von Tristan Klingsor) 00:18:48
4 O. Messiaen Poèmes pour Mi 00:28:17
13 H. Dutilleux Trois Sonnets de Jean Cassou 00:07:49
15 Le temps l'horloge 00:14:13

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Renée Fleming Sopran
Orchestre Philharmonique de Radio France Orchester
Alan Gilbert Dirigent
Seiji Ozawa Dirigent
 
478 3500;0028947835004

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