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CD-Besprechung

Franz Liszt The Sound of Weimar 2

NCA 60246

1 CD • 57min • 2011

08.11.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 6
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Die erste und die berühmteste sinfonische Dichtung von Franz Liszt sind auf dieser CD vereint, der zweiten der Serie „The Sound of Weima"ì, die Liszts Orchesterwerke „im Originalklang" präsentiert. In der 1856 fertiggestellten Bergsinfonie versuchte Liszt erstmals seine Idee von Programmmusik umzusetzen, worunter er eine Verschmelzung von Literatur und Musik verstand. Das Werk – keineswegs eine Naturschilderung, eher eine philosophische Abhandlung – ist von einer Ode Victor Hugos inspiriert: Zwei Stimmen, die jubelnde, prächtige der Natur und die dumpfe, jämmerliche der Menschheit, dringen an des Dichters Ohr, „ringen sich einander näher" und verschmelzen schließlich in Andacht.

Les Préludes, aufgrund ihrer kompakten Form und der eingängigen Themen wohl die populärste unter Liszts sinfonischen Dichtungen, war ursprünglich als Vorspiel zu einer Chorkomposition Die vier Elemente konzipiert. Erst im Zuge verschiedener Umarbeitungen fügte Liszt als neues Programm den Verweis auf Lamartines Gedicht hinzu, das die einzelnen Abschnitte der Komposition ganz allgemein als Episoden des menschlichen Lebens deutet – Glück der Liebe, Schicksalsstürme, Idylle des Landlebens und kriegerische Heldentaten. Glücklicherweise hat sich das Werk von dem Missbrauch durch die NS-Propaganda inzwischen weitgehend erholt, so dass man es wieder unbefangen als inspiriertes, ausgewogenes Stück Musik hören kann. Zwischen beiden Kompositionen steht die Tondichtung Orpheus, die Liszt als Präludium zu einer von ihm in Weimar dirigierten Aufführung von Glucks Oper Orpheus und Eurydike komponierte, dann aber als Darstellung des mythischen Sängers und der besänftigenden Macht der Musik unter seine sinfonischen Dichtungen einreihte – ein poetisches Werk, ganz durchtränkt vom Klang zweier Harfen.

Die Wiedergabe durch das Orchester Wiener Akademie unter der Leitung des Organisten Martin Haselböck, die durch den Einsatz historischer Instrumente bzw. deren Nachbildungen besondere Authentizität verspricht, wirft kaum neues Licht auf die eingespielten Werke. Der spröde, in den vibratolosen Geigen stumpfe und wenig sinnliche Klang bedeutet für Liszt – vor allem im Vergleich zur Brillanz und Geschmeidigkeit moderner Orchester – keinen Gewinn. Haselböcks Dirigat wirkt brav und gewissenhaft – das Feuer und die demonstrativ zur Schau gestellte Leidenschaft, auf denen zu einem guten Teil Liszts Faszination beruht, sucht man vergebens. Schließlich herrschten beim Festival in Liszts Geburtsort Raiding auch akustisch wohl nicht die besten Bedingungen: Im forte ist der Klang deutlich eng und wenig durchsichtig.

Sixtus König † [08.11.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Liszt
1Les Préludes (Sinfonische Dichtung Nr. 3) 00:15:35
2Orpheus (Sinfonische Dichtung Nr. 4) 00:10:27
3Ce qu'on entend sur la montagne (Sinfonische Dichtung Nr. 1) 00:30:12

Interpreten der Einspielung

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