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CD-Besprechung

cpo 777 114-2

2 CD • 1h 52min • 2007, 2004, 2005

01.08.2011

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Nach dem 13 Jahre älteren Edvard Grieg und dem 16 Jahre älteren Johan Svendsen gilt der 1856 geborene Christian Sinding als bedeutendster Komponist Norwegens im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert. Wie seine Kollegen unterzog er sich der traditionellen akademischen Ausbildung am berühmten Leipziger Konservatorium, nahm aber auch die Anregungen von Liszt und Wagner, deren Musik er während eines Aufenthalts in München kennen lernte, dankbar auf.

Sindings Kompositionen haben durchaus nordisches Kolorit, ohne jedoch direkt auf Elemente der Volksmusik zurückzugreifen. Seine zahlreichen Lieder und Klavierstücke (darunter das populäre Frühlingsrauschen op. 32,3) erfreuten sich großer Beliebtheit, seine kammermusikalischen und konzertanten Werke wurden von berühmten Solisten wie Ferruccio Busoni und Henri Marteau aufgeführt. Nach dem Ersten Weltkrieg war Sindings hochromantische Musiksprache unmodern und seine Werke verschwanden mehr und mehr aus dem Repertoire. Erst in jüngerer Zeit hat die verdiente Wiederentdeckung des Komponisten eingesetzt.

Das Label cpo, das sich bereits mit einer hervorragenden Einspielung der vier Sinfonien um Christian Sinding verdient gemacht hat, legt nun auf einer Doppel-CD erstmals das Gesamtwerk für Violine und Orchester vor: drei große Violinkonzerte, drei Einzelstücke und die Suite a-Moll op. 10 im alten Stil, die auch Jascha Heifetz und Itzhak Perlman eingespielt haben. Hier ist es der dreißigjährige ukrainische Geiger Andrej Bielow, der sich mit technischer Bravour und großer Hingabe in die ebenso anspruchsvolle wie dankbare Aufgabe stürzt und die rasenden Figurationen des Eingangssatzes der Suite ebenso eindrucksvoll bewältigt wie die ausgedehnten Doppelgriff-Passagen im Kopfsatz des ungedruckten 3. Violinkonzertes oder die gefühlvollen Kantilenen der 1902 uraufgeführten Legende op. 46 oder der 1915 entstandenen Abendstimmung op. 120. Ansprechende Melodik und aparte Harmonik verbinden sich in all diesen Werken, die von Sindings sicherer Gestaltungsgabe ebenso zeugen wie von seiner ausgeprägten Affinität zu dem Soloinstrument, das über weite Strecken den Verlauf bestimmt. Die NDR Radiophilharmonie Hannover ist dem Solisten ein verlässlicher Partner.

Sixtus König † [01.08.2011]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Christian Sinding
1Violinkonzert Nr. 3 a-Moll op. 119 00:21:01
4Legende B-Dur op. 46 00:06:59
5Romanze D-Dur op. 100 00:09:02
6Violinkonzert Nr. 1 A-Dur op. 45 00:21:54
CD/SACD 2
1Violinkonzert Nr. 2 D-Dur op. 60 00:33:44
4Suite op. 10 für Violine und Klavier 00:12:49
7Abendstimmung G-Dur op. 120 00:06:28

Interpreten der Einspielung

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