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CD-Besprechung

J.S. Bach

BIS 1 CD/SACD stereo/surround 1769

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 19.11.10

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BIS 1769

1 CD/SACD stereo/surround • 64min • 2009

Es ist schon rätselhaft, warum sich in der Fülle Bachscher Werkschöpfungen keine Originalmanuskripte seiner nachweislich komponierten Oboenkonzerte erhalten haben. Immerhin handelt es sich um ein führendes Blasinstrument seiner Zeit, von ihm selber immer wieder zu besonderen, auch dankbaren Soloaufgaben in den Kantaten und zur Verstärkung der führenden Violinstimmen im Orchestersatz hinzugezogen. Schließlich geht sogar manche eigene Bearbeitung auf verschollene Vorgaben für die Oboe zurück. Grund genug, diese von der Musikforschung erhärteten Tatsachen von allen Oboenvirtuosen und Liebhabern dieses Instrumentes zu beklagen. Quellenmäßig fundierte Rekonstruktionsversuche haben jedoch sehr schnell dazu beigetragen, die Ergebnisse zum begehrten und wichtigen Standardbestand aller Oboisten zu erheben. Ebenso schnell füllten sich die Titellisten mit Vergleichsangeboten der Schallplattenkataloge. Für Musiker, Kenner und Sammler ergaben sich damit interessante Möglichkeiten des Vergleiches von Aufführungsstilen, Klangqualitäten und Interpretationsformen.

In dieser Situation stellt sich nun der in Rußland gebürtige Alexei Ogrintchouk einer altvorderen, etablierten Bläserkonkurrenz zum Vergleich. Als Solo-Oboist im Königlichen Concertgebouw Orchester Amsterdam und wiederholt zum französischen „Victoire de la Musique“ gekürter Preisträger ist er längst auf internationalen Konzertpodien zuhause. Nun also verleiht er gemeinsam mit dem Schwedischen Kammerorchester Örebro dem bedeutenden Bach-Repertoire „verschollener“ Oboenkonzerte ein weiteres, spürbar eigenes Profil. Das Ergebnis ist ebenso verblüffend wie gelungen. Sein Geheimnis bei dieser Einspielung ist der Mut zu einem musikantisch inspirierten, auch allen „romantischen“ Konzerthörern gefälligen, zugleich anspruchsvoll transparenten Bach-Klang. Entschieden stellen er und seine schwedischen Musikanten sich gegen eine steife Barockstilisierung zugunsten einer glutvollen Sinnlichkeit und Sinnfälligkeit bei Tempowahl, kantabler Stimmführung und kammermusikalisch sensibilisierter Begleitkultur. Das Ergebnis ist eine überraschende Fülle dynamisch-agogischer Finessen, nicht zuletzt das Entwickeln einer faszinierend crescendierenden Ausdrucksskala vom pianissimo-Ansatz bis zur forte-Reife edler Oboen-Tongebung. Entsprechendes gilt für den geigerischen Elan seiner Duettpartnerin Alina Ibragimova im Doppelkonzert BWV 1060. Hier erfüllt sich eine bis hin zu den Klassikern der Moderne des 20. Jahrhunderts geforderte Umsetzung der polyphonen Konstruktivität und Schönheit Bachscher Satztechniken: Arnold Schönberg (Bearbeitung von Choralvorspielen Bachs), Anton von Webern (Ricercata nach dem Musikalischen Opfer BWV 1079) oder Igor Strawinsky (Vom Himmel hoch, einige kanonische Veränderungen nach BWV 769).

Dr. Gerhard Pätzig [19.11.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Concerto F-Dur für Oboe, Streicher und B.c. (rekonstr. aus BWV 49 und BWV 169) 00:18:58
4 Concerto d-Moll für Oboe, Streicher und B.c. (rekonstr. aus BWV 35 und BWV 156) 00:11:40
7 Adagio (aus: Oster-Oratorium BWV 249) 00:04:08
8 Concerto A-Dur für Oboe d'amore, Streicher und B.c. (rekonstr. aus BWV 1055) 00:14:37
11 Concerto c-Moll für Oboe, Violine, Streicher und B.c. (rekonstr. aus BWV 1060) 00:13:26

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Alexei Ogrintchouk Oboe
Alina Ibragimova Violine
Reinut Tepp Cembalo
Swedish Chamber Orchestra Orchester
 
1769;7318599917696

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