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CD-Besprechung

Richard Jones
Suits or Setts of Lessons for the Harpsicord or Spinnet

Richard Jones<br />Suits or Setts of Lessons for the Harpsicord or Spinnet

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 03.09.10

Klassik Heute
Empfehlung

Glossa GCD 921805

2 CD • 1h 52min • 2010

Obwohl die Cembalomusik des praktisch vollkommen unbekannten englischen Barockmeisters Richard Jones von sehr hoher Qualität ist – einzigartig wird diese Platte doch vor allem durch die Interpretin Mitzi Meyerson. Die amerikanische Cembalistin, zu deren Interessen übrigens auch die professionelle Photographie und das Sumo-Ringen gehören, ist nicht nur ein hochvirtuoses, vor Spielphantasie überbordendes Temperamentbündel, nein, ihr gelingt sogar das Kunststück, jeden einzelnen Satz von Anfang bis zum Schluss mit Energie zu durchströmen und dieses nie nachlassende Aufmerksamkeitsniveau über jede der einzelnen der sechs Suiten, ja, sogar über die gesamte Sammlung hinweg aufrecht zu erhalten. So spannt sich ein riesiger Bogen von der ersten d-Moll-Suite hin zum sechsten Teil des Zyklus, der es überraschenderweise empfehlenswert macht, diese „Sets of Lessons“ am Stück zu hören.

Der Hörer wird für seine Geduld nicht nur durch einen nie nachlassenden Strom von Einfällen, von gewagten harmonischen Modulationen (etwa das einleitende Largo des Fourth Set a-Moll) und zündenden Melodien (etwa der March aus dem Sixth Set), entlohnt, sondern auch durch eine Demonstration, was auf dem Cembalo (Michael Johnson 1998, nach Ruckers) alles an Attacke bis hin zu sinnlich-aufregenden Stahlgewittern (man höre etwa die Giga aus dem Second Set) möglich ist, wenn eine Interpretin sich hochnervös, aber ohne pathologische Unruhe, in diese Tänze stürzt. Es ergibt sich jedoch auch der Eindruck, dass Richard Jones sich innerhalb dieses Zyklus´ geradezu freischwimmt, bis er im Schluss-Set in einer mehrfarbigen Aneinanderreihung verschiedener Tonarten (G-Dur, C-Dur, F-Dur) und einer mit Spezialformen wie „Brisk Air“, „Scotch Air“ und „Hornpipe“ angereicherten Vielfalt von Satztypen angekommen ist. Natürlich ist es möglich, dass die abschließende freie Form früher entstanden ist und erst für den Druck (London 1732) als Finale vorgestellt wurde; doch selbst dann würde sich die Form des „Sets of Lessons“, also eines „Satzes“, einer „Sammlung“ von Studien und Unterrichtsstücken, als offene zeigen. Man weiß nicht viel von Richard Jones, außer dass er um 1730 zum „leader of the orchestra“ am Londoner Drury Lane ernannt wurde, dass er drei Sammeldrucke publizierte, und, dass er 1744 starb, nicht aber etwa sein Geburtsdatum. Dass er aber ein höchst erfindungsreicher Komponist war, das beweist die fabelhafte Mitzi Meyerson.

Dr. Michael B. Weiß [03.09.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

CD 1
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Jones First Set d-Moll 00:17:45
9 Second Set E-Dur 00:16:30
16 Third Set B-Dur 00:17:54
CD 2
Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Fourth Set a-Moll 00:15:46
7 Fifth Set h-Moll 00:22:46
15 Sixth Set 00:20:49

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Mitzi Meyerson Cembalo
 
GCD 921805;8424562218055

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