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CD-Besprechung

H. von Herzogenberg

cpo 1 CD 777 280-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 08.04.10

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cpo 777 280-2

1 CD • 80min • 2007

Kannte man bisher in erster Linie die späten geistlichen Werke und die von Brahms inspirierte Kammermusik aus Herzogenbergs mittleren Jahren, so vermittelt die vorliegende Veröffentlichung erstmals einen Eindruck von der ersten Schaffensperiode des jungen Komponisten, die in der 1872 in Graz uraufgeführten Sinfonie Odysseus ihren Höhepunkt und Abschluss fand. Herzogenberg stand in seinen frühen Jahren unter dem Einfluss von Wagner, Liszt und der Neudeutschen Schule, der sich im Odysseus durch eine effektvolle, üppige Klangsprache und leitmotivartige Verwendung der Themen niederschlägt. Der mythologische Stoff liefert dabei weniger ein konkretes Programm als einen assoziativen Hintergrund für die vier ausgedehnten Sätze, die in der Abfolge Sonatenhauptsatz Die Irrfahrten, langsamer Satz Penelope, Scherzo Die Gärten der Circe und Finale Das Gastmahl der Freier dem klassischen Formschema folgen. Im eindringlichen zweiten Satz, der die Sehnsüchte und Hoffnungen der zwei Jahrzehnte auf die Heimkehr ihres Gatten wartenden Ehefrau beschreibt, glaubt man schon Vorahnungen von Sibelius oder Strauss zu hören.

Den nach dem Odysseus mit der Übersiedlung nach Leipzig vollzogenen Stilwandel verdeutlicht die Gegenüberstellung mit dem 1889 komponierten Violinkonzert, einem klassizistischen Werk, das die Nähe zu Brahms nicht verleugnet. Herzogenberg schrieb es für den großen Geiger Joseph Joachim, der es jedoch (trotz einer auf seine Anregung hin vorgenommenen Revision) nie zur Aufführung brachte – womit sich der Komponist in bester Gesellschaft befindet, denn Joachim spielte auch die ihm gewidmeten Konzerte von Dvorák und Schumann niemals öffentlich. Das in Italien entstandene, von einer balladesken Eintrübung im Mittelsatz abgesehen heitere und freundliche Konzert bietet dem Solisten lyrische Entfaltungsmöglichkeiten, die der schwedische Geiger Ulf Wallin stilsicher zu nutzen weiß. So könnte diese Ersteinspielung durchaus dazu beitragen, dem ansprechenden Werk nach 120 Jahren den Weg in die Konzertsäle zu ebnen. Das Orchester aus Saarbrücken/Kaiserslautern begleitet unter Frank Beermann zuverlässig und verleiht auch der ebenfalls als Katalog-Premiere gebotenen Odysseus-Sinfonie viel Nachdruck.

Sixtus König † [08.04.2010]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. von Herzogenberg Violinkonzert A-Dur WoO 4 00:32:12
4 Sinfonie op. 16 für großes Orchester (Odysseus) 00:47:42

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ulf Wallin Violine
Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern Orchester
Frank Beermann Dirigent
 
777 280-2;0761203728022

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