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CD-Besprechung

claXl ECD0910

1 CD • 62min • 2009

22.12.2009

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Neben dem überaus erfolgreichen Singspiel Doktor und Apotheker haben es gerade noch Dittersdorfs originelles Kontrabasskonzert, mit Abstrichen wohl auch seine Sinfonien nach Ovids Metamorphosen geschafft, sich im Bewusstsein des Klassikpublikums zu halten. So dürften die dem klassischen Konzerttypus folgenden Klavierkonzerte A-Dur (1779) und B-Dur (1773) des gebürtigen Wieners und hoch geschätzten Violinvirtuosen und Opernkomponisten Carl Ditters von Dittersdorf (1739-1799) nur einem kleinen Kreis von Insidern bekannt sein, wenngleich das A-Dur-Konzert in der Bearbeitung als Harfenkonzert vermutlich bekannter ist.

Es ist sicher nicht falsch, wenn des öfteren auf die mangelnde Ausdruckstiefe, die fehlenden dramatischen Konflikte und die Vorhersehbarkeit in vielen Kompositionen Dittersdorfs hingewiesen wird – sie dienten nun mal zu einem großen Teil der puren Unterhaltung aristokratischer und bischöflicher Kreise. Trotzdem üben der entspannte Tonfall und die eleganten Linienführungen der hier erstmals auf CD eingespielten Konzerte A-Dur und B-Dur einen gewissen Reiz aus. Ursprünglich für Cembalo und Orchester geschrieben – ihre klassische Formen- und Klangsprache prädestiniert sie jedoch zu einer Wiedergabe auf dem Klavier –, steht dem Soloinstrument jeweils ein dreistimmiger Streichersatz zur Seite (nur im Adagio des B-Dur-Konzerts treten noch Flöten und Hörner hinzu). Alles an diesen gefälligen Kompositionen ist in permanentem Fluss, auch die eigenen Kadenzen der Solistin. Wie Christiane Klonz diese Gefälligkeit jedoch immer wieder aufbricht, mit feinsten dynamischen und artikulatorischen Nuancierungen, mit markant, aber keineswegs mechanisch herausgearbeiteten Figurationen der rechten und linken Hand sowie mit gelegentlich kaum wahrnehmbaren, aber wirkungsvollen agogischen Differenzierungen, das ist sehr hörenswert und ermöglicht ein doch spannenderes Hörerlebnis, als es die Musik auf den ersten Blick vermuten ließe. Schade nur, dass sich die oft in purem Wohlklang ergehenden Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt unter der Leitung von Oliver Weder gegenüber der musikantischen Spielfreude der Solistin im A-Dur-Konzert meist vornehm zurückhalten, obgleich der Orchestersatz genügend Möglichkeiten für einen beredten Dialog böte; glücklicherweise lassen sie sich im B-Dur-Konzert von der Pianistin zu einer etwas gespannteren Musizierhaltung inspirieren.

Christiane Klonz erweist sich insgesamt als eine hervorragende Anschlagskünstlerin, die ein und dasselbe Material überraschend unterschiedlichen Schattierungen unterwerfen kann. Davon profitiert besonders ihre Solo-„Zugabe“, die den Einfluss Carl Philipp Emanuel Bachs nicht verleugnen könnende Sonate F-Dur Hob. XVI:23 von Joseph Haydn aus dem Jahr 1773, die bei aller Beschränkung der Ausdrucksmittel Dank der zielgerichteten und schnörkellosen Geläufigkeit der Solistin eine enorme Frische atmet.

Christof Jetzschke [22.12.2009]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Carl Ditters von Dittersdorf
1Klavierkonzert A-Dur 00:19:50
4Klavierkonzert B-Dur 00:22:01
Joseph Haydn
7Klaviersonate Nr. 38 F-Dur Hob. XVI:23 00:19:27

Interpreten der Einspielung

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