Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

La Force et la Douceur

La Force et la Douceur

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 20.10.09

Passacaille 957

1 CD • 59min • 2008

Spätestens seit Alain Corneaus vielfach preisgekröntem Spielfilm Die siebente Saite (orig.: Tous les matins du monde) aus dem Jahr 1991, mit Jean-Pierre Marielle, Gérard und Guillaume Dépardieu in den Hauptrollen, ist der Name des großen französischen Gambisten Marin Marais auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Jordi Savall zeichnete seinerzeit für die Auswahl der Filmmusik verantwortlich. Ohne Zweifel hat der Film (mit seiner größtenteils fiktiven Handlung) eine Welle von Sympathie und erneutem Interesse nicht allein für das Schaffen von Sainte-Colombe und Marais, sondern an der Musik für Gambe im Allgemeinen ausgelöst.

Lautenisten und vor allem Gambisten haben es heutzutage nicht leicht: ihr Repertoire ist nicht sonderlich breit und Aufnahmen kreisen immer mehr oder weniger um dieselben Figuren. Nicht, dass nicht auch jeder Geiger, der etwas auf sich hält, das Beethoven-Konzert eingespielt hat, aber das Repertoire an maßgeblichen Meisterwerken für die Geige umfasst allein zeitmäßig eine Spanne von nicht weniger als vier Jahrhunderten und entsprechend vielen Stücken und Stilen. Somit sollte man sich nicht wundern, wenn in der vorliegenden Aufnahme zwei bekannte Größen ihres Instruments, wieder einmal zu ihren „Klassikern“ greifen.

Prinzipiell ist der Wechsel von Gamben- und Lautenblöcken ein kluger Schachzug, der Langeweile nicht aufkommen lässt. Die Kompilation der Stücke (aus den verschiedenen Büchern der Pièces de violes und Lautensoli Gallots) scheint mir allerdings zuweilen etwas zu sehr auf Außenwirkung bedacht, etwa, wenn nach dem introvertierten, intimen Tombeau pour Mr. de S.te Colombe zwei fröhliche und fast aufreißerisch arrangierte Tanzsätzlein folgen, so, als ob nichts gewesen wäre.

Selbstverständlich, das Spiel beider Protagonisten ist professionell, ja fast schon etwas zu perfekt. Für meinen Geschmack greift Ghielmi mit fast cellohaftem Ton manchmal zu tief in die Portamento-Kiste und Piancas Gallot gerät mir zu glatt gebürstet, zu „straight“ – in den raschen Sätzen zwar von überzeugend stabilem Puls, in den langsamen Sätzen aber zu wenig differenziert im Timing.

Alles in allem eine nette Aufnahme ohne großen Tiefgang, auch wenn der Booklet-Text mehr verspricht…

Heinz Braun [20.10.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 M. Marais Prélude pour la violle et le théorbe 00:03:06
2 La Sautillante 00:01:17
3 Gigue la Chicane 00:02:06
4 Sarabande 00:03:25
5 Musette I et II 00:02:53
6 J. de Gallot Prélude et Chaconne La Comète 00:04:43
7 Apollon 00:01:35
8 Gigue 00:01:24
9 M. Marais Tombeau pour Mr. de Ste. Colombe 00:06:07
10 La Biscayenne 00:01:18
11 Rondeau moitié pincé 00:02:12
12 J. de Gallot Sommeil de Dufau 00:05:36
13 Menuet La Cigale 00:01:01
14 Gloire de d'Atys (de J.B. Lully) 00:01:58
15 M. Marais La Georgienne dite la Maupertuy 00:02:24
16 Les Forgerons 00:01:41
17 Boutade 00:01:50
18 Marche Persane dite la Savigny 00:02:37
19 Allemande l'Asmatique 00:01:36
20 La Mariée 00:01:38
21 Gavotte La Sincope 00:01:00
22 Sarabande à l'Espagnole 00:03:15
23 J. de Gallot Tombeau pour la Princesse de Monaco 00:04:06

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Vittorio Ghielmi Viola da gamba
Luca Pianca Laute, Theorbe
 
957;5425004849571

Bestellen bei jpc

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc