Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

H. Villa-Lobos

BIS 1 CD CD 1520

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 19.12.08

Klassik Heute
Empfehlung

label_888.jpg
→ Katalog und Neuheiten

BIS CD 1520

1 CD • 80min • 2003

Mit dieser CD bringt das Label BIS seine Gesamtausgabe der Choros von Heitor Villa-Lobos zum Abschluss. Der gewaltige, in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstandene Zyklus von zwölf hinsichtlich Besetzung, Länge und Charkter ganz unterschiedlichen Stücken zählt nicht nur zu den herausragenden Werken der brasilianischen Musik, sondern stellt eine der interessantesten und originellsten Schöpfungen der Musik des 20.Jahrhunderts dar. Die überbordenden Phantasie des brasilianischen Komponisten speiste sich dabei aus sehr verschiedenartigen Quellen: Wir finden Anklänge an die typische urbane Straßenmusik, der die Bezeichnung „Choros" entlehnt ist, echte oder nachempfundene Melodien der indianischen Ureinwohner, aber auch Einflüsse der europäischen Avantgarde, die Villa-Lobos bei seinen Aufenthalten in Paris kennen gelernt hatte.

Die vorliegende Zusammenstellung zeigt noch einmal die ganze Bandbreite von Villa-Lobos‘ Ideenvielfalt auf. Sie reicht von dem nicht einmal drei Minuten dauernden Duett für Flöte und Klarinette (Choros Nr.2) über die ebenfalls epigrammatisch zugespitzte Nr. 3 Pica-Pau (der Specht) für Männerchor und Blasinstrumente bis hin zur Nr.12, einem fast vierzigminütigen musikalischen Fresko von schier umwerfender orchestraler Farbigkeit, dessen gewaltige Klangmassierungen immer wieder Abschnitten von kammermusikalischer Intimität Raum geben.

Eines der berühmtesten Werke von Villa-Lobos ist Choros Nr.10 Rasga o Coracao (Gebrochenes Herz), das auch als Ballett von Serge Lifar unter dem Titel Jurupary bekannt wurde. In charakteristischer Weise verbinden sich hier weitgespannte Melodiebögen mit obsessiven Rhythmen, ein überwiegend lautmalerisch eingesetzter gemischter Chor mit einem an exotischem Schlagzeug reichen Orchester, eine Polkaweise mit geheimnisvollen Stimmen des Urwalds. Villa-Lobos hat nach eigenen Angaben noch zwei weitere Choros komponiert, die jedoch verloren gegangen sind. Im Hinblick auf eine Gesamtaufführung des Zyklus' schuf er außerdem eine umfangreiche Introduktion für Orchester unter Einbeziehung einer Solo-Gitarre, die ebenso in dieser Folge enthalten ist wie zwei Zugaben, die er als Two Choros (bis) für Violine und Violoncello gleich mitkomponierte.

Die Wiedergabe durch das hochmotivierte Sinfonieorchester von Sao Paulo und den exzellenten Chor unter der Leitung des in Rio de Janeiro geborenen und in Wien bei Swarowsky und in Tanglewood bei Bernstein und Ozawa ausgebildeten Dirigenten John Neschling lässt keine Wünsche offen. Wie die komplexen Partituren aufgeschlüsselt, die exorbitanten technischen Schwierigkeiten bewältigt und die künstlerischen Ideen ungemein sprechend vermittelt werden, ist maßstabsetzend. Eine makellose Aufnahmetechnik und eine sorgfältige Präsentation runden die gelungene Produktion ab.

Sixtus König † [19.12.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Villa-Lobos Introduction to the Choros (1929) 00:13:32
2 Two Choros (BIS) für Violine und Violoncello (1928) 00:08:47
4 Chôros Nr. 2 für Flöte und Klarinette (1924) 00:02:42
5 Choros Nr. 3 (Pica-Pau) für Männerchor und Bläser (1925) 00:03:32
6 Choros für Orchester und gem. Chor (1926) 00:13:01
7 Chôros Nr. 12 für Orchester (1929) 00:37:01

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Fabio Zanon Gitarre
Claudio Cruz Violine
Johannes Gramsch Violoncello
Elizabeth Plunk Flöte
Ovanir Buosi Klarinette
Sao Paulo Symphony Orchestra Orchester
Choir of the Sao Paulo Symphony Orchestra Chor
John Neschling Dirigent
 
CD 1520;7318590015209

Bestellen bei jpc

label_888.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

AGBs Impressum Kontakt Mediadaten Sitemap Datenschutz

© Klassik Heute

jpc
Film La Mélodie