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CD-Besprechung

Farten Valen Orchestral Music Vol. 1

BIS 1522

1 CD • 58min • 2008

30.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Fartein Valen (1887–1952) gilt als einer der bedeutendsten norwegischen Komponisten. Gleichwohl wird er nur wenig aufgeführt, wie Christian Eggen in seinem Booklet-Text erläutert: “Keiner kann sich mit Fartein Valen und seiner Fähigkeit, seine eigenen Kompositionen zu sabotieren, messen,” schreibt der Dirigent und Komponist, der sich seit Jahren für Valen einsetzt. “Er kümmerte sich ganz einfach nicht darum, sich zu konzentrieren und eine halbwegs fehlerfreie Partitur ins Reine zu übertragen. Die Arbeit war für ihn schon erledigt, das Werk war fertig.” Zwar hat es in den siebziger Jahren einige Valen-Einspielungen gegeben, insbesondere der vier Sinfonien und einiger Orchesterwerke, die Simax in den Achtzigern und Neunzigern auch auf CD wiederveröffentlichte. Doch Eggen zufolge wird Valens Musik “immer noch mit klaffenden Lücken und unlogischen Lösungen aufgeführt”. Deswegen hat Eggen begonnen, in langjähriger, mühevoller Arbeit Valens Hauptwerke nach und nach aufführbarer zu machen. Die Resultate erscheinen bei BIS in einer neuen Serie auf CD. Die erste davon enthält die erste Sinfonie, das Violinkonzert und kleinere Orchesterwerke. Eggen hat offenbar gute Arbeit geleistet. Alles klingt stringent, sehr differenziert und durchsichtig. Zugleich hat er durch seine langjährige Beschäftigung die Werke offenbar so gut kennengelernt, das er sie in der Aufführung souverän und organisch gestalten kann. Das Stavanger Symphony Orchestra folgt ihm aufgeschlossen durch die komplexen Partituren. Elise Båtnes läßt zu Beginn des viertelstündigen Violinkonzertes mit einem dunkel timbrierten, warmen Geigenton aufhorchen und bohrt sich angemessen nervig in das Innenleben des aufwühlenden Werkes. Es ist für Valens Patenkind geschrieben, das 1936 an Tuberkulose starb, und steht – nicht zuletzt durch die Verwendung eines Bach-Chorals – in der Tradition der Trauermusik von Hindemith und des Violinkonzerts von Alban Berg. Die Aufnahme wirkt unglaublich natürlich, sehr räumlich und farbig. Die antiphonale Aufstellung der Geigen trägt stark zur Durchhörbarkeit der komplexen Polyphonie bei. Die Musik selbst läßt den Hörer nicht mehr los, wenn man sich erst einmal hat packen lassen. Dies dürfte der vielversprechende Beginn einer eigentlichen, lange überfälligen Ehrenrettung der Werke Valens sein.

Dr. Benjamin G. Cohrs [30.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Fartein Valen
1Pastorale op. 11 – Allegretto 00:03:22
2Sonetto di Michelangelo op. 17 No. 1 – Allegretto ben moderato 00:05:33
3Cantico id Ringraziamento op. 17 No. 2 – Allegro moderato 00:07:54
4Sinfonie Nr. 1 op. 30 00:26:30
8Violinkonzert op. 37 – Allegro moderato - Meno mosso - Chorale (Tranquillo) 00:13:27

Interpreten der Einspielung

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