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CD-Besprechung

BIS 1872

1 CD • 68min • 2010

19.01.2012

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

„Per Nørgård (geb. 1932) ist der bedeutendste dänische Komponist seit Carl Nielsen." So tönt die erste Zeile des Begleittextes, und schon habe ich wieder genug! Schaltet denn der Zwang zum marktschreierischen Superlativ wirklich jeden Anstand so radikal aus, dass man um des momentanen Effekts willen bereit ist, alle vergleichbaren und mindestens ebenso Achtung gebietenden Lebensleistungen über Bord zu werfen? Allein das Vorhandensein eines Rued Langgaard oder Vagn Holmboe sollte Fanfaren wie die obige verbieten – auch dann, wenn sie offenkundig von einem Verwandten des Solisten Peter Herresthal intoniert wird, der damit in sämtliche Richtungen guten Wind zu erzeugen versucht.

Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, denn der Geiger entledigt sich seiner Aufgabe mit solch merklichem Einfühlungsvermögen, dass sogar Nørgård selbst seine Begeisterung nicht verhehlen mag. „„Mit fast beängstigender Präzision trifft Peter diese mysteriösen Tonhöhen genau, als ob er täglich auf der dunklen Seite des Mondes spazieren gehen würde," lesen wir im Nachwort des Komponisten, der bereits in der eigentlichen Einführung mehrfach hatte zu Worte kommen dürfen. „Musik ist die Basis, das, woran ich glaube – und ich habe entdeckt, dass das Sein ihr gleicht. Das habe ich dann auf verschiedene Weise auszudrücken versucht," äußerte er – und tatsächlich ist es ein leichtes, die „Originalität" dieser Entdeckung in den drei Werken wiederzufinden. „Ich träume von einer Musik, in der die musikalischen Formen sowohl Vorder- als auch Hintergrund füreinander bilden": Auch das ist wahrzunehmen. Und wenn er rückblickend berichtet, dass er in seinen jüngsten Jahren bereits „die Vision einer Musik" hatte, „die nur aus einer Melodie bestand, aber für volles Orchester geschrieben war", dann werden wir ihm sogar das gern bei Anhörung der drei konzertanten Werke abnehmen. Dass es ausgerechnet ein Landsmann Nørgårds war, der das Märchen von „Keiserens nye Klæder" geschrieben hat, entbehrt nicht einer gewissen neckischen Ironie.

Rasmus van Rijn [19.01.2012]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Per Nørgård
1Violinkonzert Nr. 1 (Helle Nacht) 00:26:20
5Spaces of Time 00:20:06
6Violinkonzert Nr. 2 (Borderlines) 00:22:51

Interpreten der Einspielung

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