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CD-Besprechung

claXl RCD 0701

1 CD • 64min • 1997, 1995

06.05.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

„Man muss ein echter Virtuose sein, um zuerst ein Musiker, dann ein Pianist sein zu können." Das stammt von Murray Perahia. Und dem möchte man beim Anhören des sehr neugierig machenden Bach-Mozart-Chopin-Schostakowitsch-Programms von Christiane Klonz gerne zustimmen. Vor ihrer Anschlagskultur, der perlenden Geläufigkeit, in der kein Ton auf der Strecke, keine Note unterbelichtet bleibt, kann man nur den Hut ziehen. Das herausstechende Merkmal der 1995 und 1997 entstandenen, 2006 auf dem Animato-Label erschienenen und jetzt wiederveröffentlichten Aufnahmen ist tatsächlich die Klangsensibilität der Pianistin, für die Transparenz das oberste Gebot zu sein scheint.

Ihr rhythmisch prägnantes Bach-Spiel in der Partita II c-Moll BWV 826 lässt es zwar ein wenig an Charakterisierungskunst in den einzelnen Sätzen mangeln, auch an artikulatorischer Differenziertheit innerhalb der Wiederholungen, überzeugt aber insgesamt in seiner Kopf und Gefühl ansprechenden Ausgestaltung. Christiane Klonzí Mozart wirkt erstaunlicherweise sehr nüchtern, selbst in dem schmerzvoll verdichteten Adagio der Sonate F-Dur KV 280. Dazu nimmt sich die Pianistin mit ihrer ungemein straffen Gangart fast jeglichen Gestaltungsspielraum in den virtuosen Ecksätzen – das Allegro assai und Presto-Finale rauschen beinahe beiläufig vorüber.

Ein Genuss dagegen Chopins Grande Polonaise brillante précédée d’un Andante spianato op. 22. Mehr als Bach oder Mozart scheint der Künstlerin das Romantische zu liegen. Die lyrischen Qualitäten und die außergewöhnliche Technik von Christiane Klonz gehen in ihrem beseelten Chopin-Spiel eine Verbindung ein, der es zu keiner Zeit an Charme und Esprit fehlt, auch nicht an künstlerischer Eigenständigkeit. Ganz in ihrem Element ist Christiane Klonz auch in der unheilvoll zwischen Rastlosigkeit und Ruhe pendelnden, in ihrer Harmonik rätselhaften, aber klar strukturierten einsätzigen Sonate Nr. 1 op. 12 von Dimitri Schostakowitsch. Auch wenn das Werk nuancenreicher geschrieben ist, als Christiane Klonz es spielt, so arbeitet die Pianistin besonders die tragischen Momente dieser eine ungeheure Energie verströmenden Komposition gekonnt heraus und meistert selbst die oft apokalyptischen Ausbrüche praktisch ‚mit linksí.

Gelungen ist Christiane Klonz mit dieser über jeglichen pianistischen Schwierigkeiten stehenden Einspielung vor allem eines: der Beweis interpretatorischer Flexibilität und Individualität.

Christof Jetzschke [06.05.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Partita Nr. 2 c-Moll BWV 826 00:18:26
Wolfgang Amadeus Mozart
7Klaviersonate Nr. 2 F-Dur KV 280 KV 189e 00:18:23
Frédéric Chopin
10Andante spianato et Grande Polonaise brillante Es-Dur op. 22 00:14:40
Dimitri Schostakowitsch
12Klaviersonate No. 1 op. 12 (1926) 00:12:18

Interpreten der Einspielung

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