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CD/SACD surround-Besprechung

J.S. Bach

Cantatas Vol. 38

BIS 1631

1 CD/SACD surround • 66min • 2006

31.03.2008

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Man möge mir mein Selbstzitat verzeihen, aber warum unbedingt nach neuen Worten suchen, wenn das, was für Vol. 37 galt, seine uneingeschränkte Berechtigung auch für Folge 38 der Gesamtaufnahme des Bachschen Kantatenschaffens durch Masaaki Suzuki hat? „Die an dieser Aufnahme Beteiligten präsentieren sich als berufene Sachwalter der Musik des Thomaskantors. Suzuki trifft von Beginn an den richtigen Ton und lässt in schlüssigen Tempi der Musik genügend Raum zum Atmen. Das Ergebnis ist eine geschmeidige Klangrede von enormer Spannkraft, deren sehr lebendige Wort-Ton-Beziehung keine Wünsche offen lässt.“

Die Einspielung der vier Solo-Kantaten Falsche Welt, dir trau ich nicht BWV 52, Ich habe genug BWV 82, Ich armer Mensch, ich Sündenknecht BWV 55 und Ach Gott, wie manches Herzeleid BWV 58 (auf der Rückseite der CD-Hülle fälschlicherweise angegeben als Bekennen will ich seinen Namen – eine noch von Vol. 37 herrührende Kantate) beeindruckt in erster Linie aufgrund einer wirklich exquisiten Sängerriege: Carolyn Sampson (Sopran), Gerd Türk (Tenor) und Peter Kooij (Bass) finden mit ihren sehr wendigen, nicht unbedingt voluminösen, dafür aber natürlich und sehr edel klingenden Stimmen durchweg den richtigen Ton und Ausdruck für die fein abgestimmten Affektlagen der Musik Bachs und offenbaren vorzügliche gestalterische Qualitäten: Ihre Detailgenauigkeit, ihre beispielhafte Textdeklamation, Tonformung und Phrasierung stehen ganz im Dienst der Sinnlichkeit und tief empfundenen Emotionalität der hier vorgelegten und im weitesten Sinne auf dem Erlösungsgedanken basierenden Kantaten. Klangsinnlichkeit ist auch das Merkmal, das den anmutig federnden Musizierfluss des Bach Collegiums Japan auszeichnet. Jedoch fehlt es dem in seinen besten Augenblicken geradezu schwerelos wirkenden Ensemblespiel hin und wieder an der nötigen Transparenz.

Damit bin ich auch bei den Umständen, aufgrund derer ich die Höchstwertung für nicht angebracht halte. Problematisch ist der große Hallanteil der Aufnahme bereits im die Kantate BWV 52 einleitenden Konzertsatz für zwei Hörner, drei Oboen, Fagott, Streicher und Continuo, einer auf eine Frühfassung des 1. Brandenburgischen Konzerts zurückgehenden Sinfonia. Das bisweilen etwas schwammige Klangbild erweckt hin und wieder auch den Eindruck einer leicht unverbindlichen Musizierhaltung, die besonders zu der Kantate Ich habe genug BWV 82 so gar nicht passen will. Obwohl es Peter Kooij darin durchaus gelingt, Momente von großer Bildkraft heraufzubeschwören, und obwohl hier das Orchester mit Detailgenauigkeit punktet, fehlt es der Aufnahme dieser Kantate, vor allem der Arie Schlummert ein, ihr matten Augen merklich an der bereits erwähnten Sinnlichkeit und Emotionalität. Da gebe ich der Einspielung mit Thomas Quasthoff und den Berliner Barock Solisten (Deutsche Grammophon / 2004) eindeutig den Vorzug.

Christof Jetzschke [31.03.2008]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Johann Sebastian Bach
1Falsche Welt, dir trau ich nicht BWV 52 (Kantate) 00:14:18
7Ich habe genug BWV 82 (Kantate) 00:22:10
12Ich armer Mensch, ich Sündenknecht BWV 55 (Kantate) 00:14:23
17Ach Gott, wie manches Herzeleid BWV 58 (Kantate) 00:13:54

Interpreten der Einspielung

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