Klassik Heute - Ihr Klassik-Portal im Internet

Über uns | Impressum | Kontakt | Sitemap

Suche

CD-Besprechung

Ferdinand Ries: Die Könige in Israel (Oratorium in zwei Teilen)

cpo 2 CD/SACD 777 221-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 22.02.08

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

cpo 777 221-2

2 CD/SACD • 1h 50min • 2005

In der Musikgeschichte hat Ferdinand Ries (1784-1838) seinen festen Platz als Schüler und Mitarbeiter Ludwig van Beethovens. Sein eigenes beachtliches Œuvre, darunter acht Sinfonien, ein Violinkonzert, zahlreiche Streichquartette und andere Kammermusik, führt im heutigen Musikbetrieb nur noch ein Schattendasein. Diskographisch allerdings ist es um den Komponisten gar nicht so schlecht bestellt. Vor allem das Label cpo hat einiges zu seiner Wiederentdeckung beigetragen. Bei dem nun vorliegenden Oratorium Die Könige in Israel, das Ries für das Aachener Musikfest 1837 schrieb, kann man von einer regelrechten Ausgrabung sprechen. Das Werk liegt nicht gedruckt vor, das Aufführungsmaterial wurde nach dem Partiturmanuskript aus der Berliner Staatsbibliothek erstellt.

Die Handlung dieses Vokalwerks ist weitgehend identisch mit der des Saul von Georg Friedrich Händel und wie dieser tendiert es in der Anlage zu einer szenischen Umsetzung. Musikalisch ist es freilich, obgleich die Arbeit eines versierten Könners, sehr inhomogen. Da gehen barocke Reminiszenzen und romantische Innerlichkeit eine eigentümliche Verbindung ein, einige melodische Wendungen (auch in den Orchesterbegleitungen) gemahnen an die italienische Belcanto-Oper, an anderen Stellen, so dem mehrteiligen Schlußchor, dominiert die Gemüthaftigkeit biedermeierlicher Liedertafeln.

Ob sich dieses Werk einen festen Platz im Konzertsaal wird erobern können, ist fraglich. Aber es lohnt das Kennenlernen, zumal in einer so kompetenten und liebevollen Wiedergabe. Die Orchesterformation Das Kleine Konzert musiziert mit Wärme und läßt sich von ihrem Dirigenten Hermann Max dort, wo es die Musik zulässt, auch zu dramatischem Auftrumpfen animieren. Die Sänger leisten gute Arbeit, wobei die bekannten Größen Markus Schäfer (Tenor) und Harry van der Kamp (Saul) mehr durch gestalterisches Knowhow als durch stimmlichen Glanz punkten können. Nele Gramß (Michal) läßt mit einigen leuchtenden Höhen aufhorchen, Gerhild Romberger (Jonathan) schmiegt sich in den Ensembles diskret und klangschön an. Eine wirkliche Ausnahmestimme, nämlich einen geradezu bassig dunklen Kontra-Alt, führt die polnische Sängerin Ewa Wolak als Hexe von Endor ins Treffen. Auch ihr Landsmann Marek Rzepka als Geist Samuels läßt aufhorchen. Der Löwenanteil der Musik fällt indes an den Chor und die in allen Stimmlagen gleichermaßen gut ausgestattete Rheinische Kantorei stellt hier ihr Licht nicht unter den Scheffel.

Ekkehard Pluta [22.02.2008]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Ries Die Könige in Israel (Oratorium in zwei Teilen)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Nele Gramß Michol - Sopran
Gerhild Romberger Jonathan - Alt
Ewa Wolak Hexe von Endor - Alt
Markus Schäfer David - Tenor
Harry van der Kamp Saul - Bass
Marek Rzepka Samuels Geist - Baß
Kai Florian Bischoff Abner - Baß
Rheinische Kantorei Chor
Das Kleine Konzert Orchester
Hermann Max Dirigent
 
777 221-2;0761203722129

Bestellen bei jpc

label_928.jpg
→ Katalog und Neuheiten

 

Das könnte Sie auch interessieren:

 

⇑ nach oben

Perkussives Leuchtfeuer

Kai Strobel erhielt den 1. Preis im Fach Schlagzeug

Gestern nachmittag stellten sich die drei Finalisten im Fach Schlagzeug den hohen Anforderungen der Aufführung eines Konzerts für ihr Instrumentarium. Engagiert begleitet vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung der Dirigentin Eun Sun Kim kamen zwei Highlights des Repertoires zur Aufführung.

→ weiter...

Neue CD-Besprechungen

Beethoven
Antonín Dvořák
1825
Gustav Mahler
Favourites

Interpreten heute

  • Masaaki Suzuki

Neue CD-Veröffentlichungen

Fritz Volbach
Zero to Hero
Heino Eller
Carl Czerny

CD der Woche

Lars Vogt

Lars Vogt

Gibt es noch unentdeckte Aspekte in Mozarts so häufig eingespielten Klaviersonaten? Dieser Frage muss sich jede Neuaufnahme stellen. Wir hatten den ...

Weitere 67 Themen

Heute im Label-Fokus

BIS

Masaaki Suzuki plays Bach
Gustav Mahler
C.P.E. Bach
Haochen Zhang

→ Infos und Highlights

Klassik Heute Zahl des Tages

Bei Klassik Heute finden Sie

59666

Werke

→ mehr Zahlen und Infos

Impressum Kontakt AGBs Datenschutz Haftungsausschluss Mediadaten Sitemap

© Klassik Heute GbR

jpc
ARD-Wettbewerb 2019