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CD-Besprechung

OehmsClassics OC 597

1 CD • 60min • 2006

28.12.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Drei ganz unterschiedliche Violinkonzerte polnischer Provenienz stellt der aus Wien stammende Geiger Benjamin Schmid auf seiner klug konzipierten neuesten CD vor. Die Werke von Henryk Wieniawski gehören (ähnlich denen von Paganini) zum eisernen Bestand der Violinliteratur. Sie verbinden romantischen Ausdruck mit höchstem technischem Anspruch. Vor allem das d-Moll-Konzert, 1862 uraufgeführt und 1870 in überarbeiteter Form veröffentlicht, ist – spätestens seit Heifetz und Oistrach – zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Repertoires aller großen Geiger geworden. Schmid braucht hier keinen Vergleich zu scheuen. Er hütet sich auch im Finale à la Zingara vor übertriebenem Exhibitionismus, glänzt durch trockene Brillanz und wertet das Werk durch sensible, geschmackvolle Gestaltung auf.

Karol Szymanowskis zweites Violinkonzert wurde 1933 in Warschau durch den Geiger Pawel Kochanski uraufgeführt, der als enger Freund Szymanowskis wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung des Violinparts hatte. Es ist das letzte großformatige Werk des Komponisten, zupackender als das impressionistische erste Violinkonzert, dafür mit deutlichen Spuren von Szymanowskis Beschäftigung mit der Volksmusik aus der Hohen Tatra, die sich in ausdrucksvoller Melodik und energischen tänzerischen Rhythmen niedergeschlagen hat. Auch hier findet Schmid den richtigen Tonfall und gibt dem Solopart überzeugende rhetorische Kraft.

In noch andere Bereiche des Ausdrucks führen Witold Lutoslawskis Dialoge für Violine und Orchester mit dem Titel Chain 2 von 1984-85, ein verkapptes Violinkonzert, dessen Sätze wie Glieder einer Kette durch Überlappung miteinander verbunden sind. Wie in anderen seiner Werke kombiniert Lutoslawski hier gebundene und freie Strukturen, die dem Solisten einerseits reichen Spielraum für improvisatorische Phantasie bieten und andererseits Gelegenheit geben, ein virtuoses Feuerwerk zu zünden.

Für das Orchester der Polnischen Philharmonie Wroclaw (Breslau) unter seinem Ersten Gastdirigenten, dem Russen Daniel Raiskin, ist dieses Programm offenbar eine Ehrensache: Es realisiert die anspruchsvollen Partituren mit Können und Engagement und steht dem Solisten an Temperament und Klangsinn nicht nach.

Sixtus König † [28.12.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Henryk Wieniawski
1Konzert Nr. 2 d-Moll op. 22 für Violine und Orchester 00:22:54
Karol Szymanowski
4Konzert Nr. 2 op. 61 für Violine und Orchester 00:19:34
Witold Lutoslawski
5Chain II (Dialogue for Violin and Orchestra) 00:17:37

Interpreten der Einspielung

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