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CD-Besprechung

Devich Trio Tango Romances – Piazzolla & Bragato

Challenge Classics CC72178

1 CD • 53min • 2007

05.12.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Der 1915 geborene José Bragato war ein enger Freund und Mitarbeiter von Astor Piazzolla. Seines Zeichens Cellist (Mitglied des Philharmonischen Orchesters von Buenos Aires und des Orchesters des Teatro Colón), hat er im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Piazzolla-Werken für Kammerorchester oder – wie hier – für Klaviertrio bearbeitet. Seine Arrangements sind handwerklich sauber, hart am Original und meist ohne überflüssige Zutaten wie etwa bei Gidon Kremers Arrangeur Leonid Desyatnikov. Für Trio-Formationen sind sie ein gefundenes Fressen, eine willkommene Abwechslung vom üblichen Standard-Repertoire. Das in den Niederlanden beheimatete „multikulturelle" Devich Trio (die Pianistin Hanna Devich stammt aus Ungarn, die Geigerin Sarah Oates aus Südafrika und der Cellist Jasper Havelaar aus Holland) stürzt sich denn auch mit Verve und Engagement hinein. Allerdings kommt der Drive, mit dem die Drei die Quatro Estaciones Portenas – Bragatos meistgespieltes Arrangement – angehen, nicht unbedingt der rhytmischen Profilierung zugute, und auch die Feinheiten der Phrasierung erscheinen zugunsten einer durchgehend üppigen Tongebung zurückgestellt.

Piazzollas anspruchsvolles Meisterwerk Le Grand Tango in der Originalversion für Violoncello und Klavier wird von Jasper Havelaar und Hanna Devich technisch souverän dargeboten, ohne jedoch immer die richtige Balance zwischen Cello und vollgriffigem Klaviersatz zu finden. Auch Revolucionario und La Muerte del Angel erfahren brillante, klangvolle, gleichsam „gesundeì Wiedergaben, die jedoch wenig von dem subversiven Element spüren lassen, das für Piazzollas Musik so charakteristisch ist. Es ist eine alte Erfahrung: Je schneller man die Stücke spielt, desto glatter erscheinen sie, etwas gebremst bekommen sie dagegen deutlich mehr „Biss". „Piazzolla muss ein schwieriger Mensch gewesen sein", stellen die jungen Musiker ganz richtig im Interview anhand von Fotos fest, „er lacht nie!" Ihre CD entwirft ein anderes Bild: Piazzolla als lachender, geradliniger und vitaler Ohrenschmaus. Der stimmigste Titel dieser Veröffentlichung ist Bragatos eigene Komposition Milontan (hergeleitet von „Milongaì, der ältesten Form des Tangos), bei dessen ebenso einschmeichelnder wie virtuoser Aufführung keine Wünsche offen bleiben.

Sixtus König † [05.12.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Astor Piazzolla
1Four Seasons of Buenos Aires 00:23:14
5Oblivion 00:04:03
6Le Grand tango (arr. Gubaidulina) 00:11:14
José Bragato
7Milontán für Violoncello und Klavier (1992) 00:05:47
Astor Piazzolla
8Revolucionario 00:04:59
9La Muerte del Ángel 00:03:22

Interpreten der Einspielung

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