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CD-Besprechung

G.Ph. Telemann

cpo 1 CD 777 249-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 16.11.07

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cpo 777 249-2

1 CD • 72min • 2006

Zwei Kantaten, die offensichtlich der Frankfurter Zeit Telemanns angehören, also aus der Zeit vor dem Engagement nach Hamburg im Jahr 1721, sind auf der vorliegenden CD mit einem größeren dreiteiligen Werk aus dem Jahr 1751 zur Einweihung der Kirche in „Neuenstädten“ (heute unter seinem plattdeutschen Namen Nienstedten einer der Nobelvororte im Hamburger Westen) zusammengestellt.

Die beiden Werke aus Frankfurter Tagen bestechen durch innige Frömmigkeit, die sich mit einem gewissen galanten Tonfall den Weg zum Herzen bahnt, ohne dass dadurch die geistliche Atmosphäre gestört werden könnte, die diesen Werken vielleicht mehr einen Platz in einer auf einen festlichen Gottesdienst vorbereitenden Andacht zuweisen würde als in diesem selbst.

Ganz anders liegen die Verhältnisse bei der Einweihungskantate für die Kirche von Nienstedten, das damals noch nicht zu Hamburg gehörte. Der Auftrag einer würdigen Einweihungsmusik beim Hamburger Musikdirektor Telemann zeugt natürlich auch für damalige Zeiten schon von engen nachbarlichen Beziehungen der Hansestadt zum unter dänischer Herrschaft stehenden Umland. Der mit 70 Jahren mittlerweile für damalige Verhältnisse durchaus betagte Komponist lieferte mit Zerschmettert die Götzen einen durchaus repräsentativen musikalischen Rahmen für den Kirchweihgottesdienst. Auf einen Chor wird verzichtet, Sopran und Bass müssen die symbolische Botschaft vom Sieg des Glaubens über das Götzentum allein bewältigen. Zu diesem Zweck werden sie mit rhetorischen Waffen der Stärke und der Innigkeit gleichermaßen ausgestattet. Das Werk zeigt keinerlei Anzeichen von Altersmüdigkeit des Komponisten, der allerdings auch noch weitere 16 Jahre mit unverändertem Einfallsreichtum bis zu seinem Tod 1767 Werke höchster Qualität hervorbringen sollte.

Agiert das Instrumentalensemble Accademia Daniel bei den beiden Frankfurter Kantaten in schöner Harmonie mit den beiden vorzüglichen Vokalsolisten, so ist ihr Auftritt in der Festkantate für die Nienstedter Kirche indessen problematisch: Hier liefert es lediglich das schmückende Beiwerk, während Dorothee Mields und Klaus Mertens die Rolle der eigentlichen Protagonisten zufällt. Doch sollte die rhetorische Energie für die Vokalsolisten auch bei der geistlichen Musik Telemanns eigentlich vom Instrumentalensemble kommen, wie Richard Hickox mit seiner maßstäblichen Einspielung der Donner-Ode im Jahr 1993 nachdrücklich bewiesen hat (Chandos 0548): Auf einem prachtvollen Hintergrund fällt es Hickox’ Solisten leicht, überzeugend zu agieren. Man muss also Dorothee Mields und Klaus Mertens doppelt zugute halten, mit welcher Souveränität sie während der Hamburger Kantate gegen ein Orchester Charakter zeigen, das für seine Wirkung mehr auf Trompetenschall als auf Artikulation und gestalterische Klarheit setzt.

Der interessante Kontrast des Programms und die ausgeprägte Charakteristik der Stücke macht diese CD dennoch für jeden Liebhaber der herrlichen Musik Georg Philipp Telemanns empfehlenswert.

Detmar Huchting [16.11.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 G.Ph. Telemann Zerschmettert die Götzen TWV 2:7 00:36:19
13 Der geliebte und verlorne Jesus TWV 1:1099 (Meine Rede bleibt betrübt) 00:17:53
20 Jesus und die Seele TWV 1:1133 (Dein Schade ist verzweifelt böse, Dialog-Kantate) 00:17:12

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dorothee Mields Sopran
Klaus Mertens Bass
Accademia Daniel Ensemble
Shalev Ad-El Dirigent
 
777 249-2;0761203724925

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