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CD-Besprechung

Hector Berlioz

Konzertouvertüren

Hector Berlioz

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 30.11.07

Klassik Heute
Empfehlung

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SWRmusic 93.201

1 CD • 72min • 2000, 2002, 2003, 2007

Sylvain Cambreling, seit 1999 als Nachfolger von Michael Gielen Chef des SWR-Orchesters Baden-Baden und Freiburg, ist einer der vielseitigsten und erfahrensten Dirigenten unserer Zeit, einer der wenigen, die sich gleichermaßen zu Hause im Musiktheater, im Orchesterbetrieb und im Chorwesen fühlen und noch dazu Werke von Rameau, Mozart und Haydn genauso engagiert und kenntnisreich aufzuführen verstehen wie zeitgenössische Uraufführungen. Freilich: Wann immer ich ihn im Konzert oder auf CD erlebt habe, war mein Eindruck, er sei eher am Ausdruck des Moments interessiert als an der Verlebendigung großer Strukturen und organischer Prozesse. Daran scheiterte beispielsweise seine jüngste Einspielung von Debussys La mer (Hänssler 93.067) grandios.

Die auf dieser Neu-Einspielung versammelten sechs Konzert-Ouvertüren von Berlioz kommen Cambrelings Temperament weit mehr entgegen: Sie bieten starke Kontraste auf engstem Raum, sind eher konzentriertes “Mikro-Drama” als sinfonische Form und fordern vom Dirigenten vor allem Flexibilität und Musizierlust. Und genau das macht diese Einspielung so überzeugend: Vom ersten Moment an knistert es vor Esprit. Die Farben funkeln. Wer mit originaler Aufführungspraxis bei Berlioz vertraut hat, wird zwar diverse Fragen und Bedenken haben, doch werden diese durch das ansteckend lebendige Feeling weitgehend zurückgestellt. Das Musizieren des Orchesters ist stets elegant, fein ziseliert und nie grob. So mag man vielleicht beispielsweise in der Ouvertüre Le Corsaire den typischen “großen Eklat” der französischen Revolutionsmusiken vermissen, der in den Blechbläsertutti nachklingt, doch im Nachhinein ist man dankbar, daß Cambreling wohlweislich nie die Muskeln spielen läßt – ein Korsar also eher wie Errol Flynn als Burt Lancaster. Die exaltierten Partien sind zwar zurückhaltend, dafür aber wohltuend lebendig (z. B. Tr. 6, 5’45). Besondere Hervorhebung verdient auch die geradezu sogartig leidenschaftliche Aufführung des Römischen Karnevals (Tr. 5). Erstaunlich ist auch, daß die CD vom Temperament und Charakter her wie aus einem Guß wirkt, obwohl die Aufnahmen aus einem Zeitraum von sechseinhalb Jahren stammen (Februar 2000 bis Mai 2007). Das Klangbild ist plastisch und natürlich. Eine mitreißende Produktion!

Dr. Benjamin G. Cohrs [30.11.2007]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Berlioz Waverley op. 1 00:10:36
2 Les francs-juges op. 3 00:13:20
3 Le Roi Lear op. 4 00:15:30
4 Rob Roy 00:14:03
5 Le Carneval romain op. 9 00:08:56
6 Le Corsaire op. 21 00:08:30

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg Orchester
Sylvain Cambreling Dirigent
 
93.201;4010276019886

Bezug über Direktlink

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