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CD-Besprechung

Under the Sign of the Sun

BIS 1357

1 CD • 74min • 2004

12.07.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Zwar bietet dieses Programm keine Neuheiten im engeren Sinne, wohl aber im umfassenden, gar mitreißenden Sinne der Wirkung. Eindeutig richtet sich der Scheinwerfer auf den Solisten Claude Delangle. Mit der phänomenalen Beherrschung seiner gemeinsam mit der Firma Selmer entwickelten und patentierten Alt- und Sopransaxophone versteht er es auch hier wieder, seine Zuhörer zu begeistern. Natürlich weiß er genau, welche Wirkung mit welchen Werken in welcher Bearbeitung zu erzielen ist. Und nicht nur sein Schallplattenproduzent nutzt diese Chance. Als Jongleur der Töne, ein Rastelli der Bläserakrobatik, läßt er federleicht, entspannt und souverän die komplizierte Klappenmechanik, Lippen, Zunge und Finger in allen Varianten der Registerlagen und Klangschattierungen tanzen, spielt mit sich selber, mit dem Orchester und kitzelt unentwegt die Ohren seines Publikums. Wiederhören und Entdeckerfreude entsprechen dem kompositorischen Ideenreichtum und Rang der Werke, machen diese CD zu einem lohnenden Besitz. Der englische Sammeltitel Under the Sign of the Sun – gemeint ist die fernöstliche Sonne Singapurs – hat seinen Grund: das Singapore Symphony Orchestra, alles andere als „nur“ eine musikalische Begleiterscheinung für den europäischen Solisten, verbindet so seinen internationalen Qualitätsanspruch mit einer Popularisierung nationaler, französischer Moderne bei sich „zu Hause“.

Dies hilft auch Schwächen zu überdecken. Denn spürbar sind Aufnahme- und Produktionsleitung vor Ort in der Victoria Concert Hall von Singapur darauf bedacht, das im philharmonischen Alltag in aller Regel unterbelichtete Saxophonspiel hier besonders kräftig in den Vordergrund zu rücken. Delangle ist dafür der ideale Vorzeigekünstler und die Saxophonliebhaber freuen sich. Viele nicht minder wichtige Tuttiklänge werden aber um eben diesen Preis buchstäblich „eingepegelt“ und eingenebelt. Das trifft besonders den üppig besetzten Streicheranteil, der namentlich bei emphatischen fortissimo-Stellen den Breitklang zu Breiklang verfärbt. Nicht so die Orchesterbläser, ob Holz oder Blech, die sich bei Bedarf stets deutlich und transparent auf die Stützmikrophone verlassen können. Im Endeffekt kommt alles dem Solovirtuosen zugute. Die kompositorische Substanz tut mit ihrem Abwechslungsreichtum ein übriges für den Lustgewinn. Lan Shui als Sachwalter des Ganzen hat dies dirigierend im Griff.

Dr. Gerhard Pätzig [12.07.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jacques Ibert
1Concertino da camera für Altsaxophon und Orchester 00:12:05
Henri Tomasi
3Konzert für Altsaxophon und Orchester 00:18:49
Maurice Ravel
5Pavane pour une infante défunte 00:06:08
Paule Maurice
6Tableaux de Provence für Altsaxophon und Klavier 00:14:24
Florent Schmitt
11Légende op. 66 00:11:26
Darius Milhaud
12Scaramouche op. 165c für Saxophon und Orchester (Suite) 00:09:14

Interpreten der Einspielung

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