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CD-Besprechung

Chandos CHAN 10386

1 CD • 62min • 2006

04.06.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Die über 80 Sinfonien von Franz Xaver Richter (1709–1789) haben in der Musikgeschichte gleichsam eine "Brückenfunktion": Sie spiegeln die Entwicklung vom späten Barock hin zur frühen und mittleren Klassik wieder, bleiben dann aber in der Gattungs-immanenten Entwicklung stecken. Wann genau, kann man nicht sagen, da es bei den meisten der Sinfonien bis heute weitgehend ungelöste Datierungsprobleme gibt. Jedenfalls sind die hier präsentierten fünf Werke im Zeitraum zwischen den 1760er und 1780er Jahren entstanden, doch weisen sie nur wenig von dem auf, was auch Richters Zeitgenossen als kühn oder modern empfunden hätten. Dies gilt sicher auch für den größten Teil der frühen Sinfonien Mozarts – nur das Mozart und Haydn ebenso wie andere Komponisten in ihren späteren Werken einen Innovationsschub sowohl bezüglich der Orchesterbehandlung wie auch der Aussagefähigkeit erzielten, der Richter offenbar versagt blieb. Es handelt sich bei diesen Stücken um geschmackvolle, gefällige Spielmusik im damals üblichen orchestralen Rahmen (Streicher, Generalbaß mit Cembalo, Oboen, Fagott, Hörner, nur fallweise mit Pauken und Trompeten). Die Interpretationen von Matthias Bamert verändern diesen Eindruck nicht. Die London Mozart Players spielen routiniert und verwenden einige Elemente historisch informierter Aufführungspraxis. Im Beiheft heißt das euphemistisch “ein ganz eigener, dynamischer Klang, der als ausgewogene Balance zwischen authentisch und modern beschrieben wurde”. Man könnte auch sagen: Weder Fisch noch Fleisch. Auf diese Weise wird Richters Sinfonien vielleicht noch mehr an Rauhheiten und Extravaganzen genommen als bei einer konsequent “historisch informierten” Aufführung. Allerdings kommt man um diese Aufnahme schon deswegen nicht herum, weil sie eine Repertoirelücke schließt und die meisten Orchester um Richters Musik bisher einen Bogen gemacht haben. Das hat sie nicht verdient – zumal Werke wie die g-Moll-Sinfonie mit ihrer Fuge (Tr. 7) und die düster-dramatische f-Moll-Sinfonie ausgesprochen kontrastreich und wirkungsvoll sind. Es bleibt zu hoffen, daß sich auch Orchester wie Concerto Köln oder La Petite Bande den Sinfonien Richters zuwenden. Kleiner Nachtrag zum Booklet: Continuo- und Trompeten-Spieler hätten durchaus namentliche Erwähnung verdient.

Dr. Benjamin G. Cohrs [04.06.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Xaver Richter
1Sinfonia Nr. 53 D-Dur (Trompeten-Sinfonie) 00:12:03
4Sinfonie Nr. 56 d-Moll 00:11:25
7Sinfonia Nr. 29 g-Moll (mit Fuge) 00:12:56
10Sinfonia Nr. 52 D-Dur 00:10:18
13Sinfonie f-Moll 00:15:04

Interpreten der Einspielung

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