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CD-Besprechung

BIS 1504

1 CD • 69min • 2004

11.06.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

„Was mich betrifft, so taste ich mich gerne auf meinem Cello voran, wenn ich meine Ideen ausarbeite. Nun ist es aber so, dass das Cello so große Griffe hat, und ich mit meiner kleinen Hand reiche nicht so weit, und deshalb werden meine Motive überwiegend schrittweise.”

Die deutsche Version des Einführungstextes ist zwar nicht ohne kleine sprachliche Stolperdrähte, kann aber bei der Betrachtung des Cellokonzerts von Kurt Atterberg durchaus hilfreich sein: Wer eine so innige Beziehung zu diesem Instrument hat, daß er ihm gewissermaßen seine intimsten Gedanken anvertraut oder ablauscht, der schreibt unter Umständen eine Musik, die eigentlich gar nicht für den Konzertsaal gedacht ist, sondern einen Monolog voller Brechungen, Spiegelungen, Nachdenklichkeiten darstellt. Genau das hat der Schwede in fünfjähriger Arbeit (1917-22) getan, als er sein eher dem Namen als dem Inhalt nach „konzertantes” Werk zu Papier brachte – das Selbstgespräch in den Vordergrund gestellt und nur ganz selten einmal die große, dann freilich enorm wirkungsvolle Geste bemüht. Weshalb ich mich denn zeitweilig auch an das merkwürdige erste Cellokonzert von Antonín Dvorák erinnert fühlte, in dem der Solist zum Soliloquisten mutiert und sogar in der gekürzten Fassung pausenlos herumzusäbeln hat, was Griffbrett und Saiten aushalten.

Doch der Vergleich ist nicht in Ordnung, denn anders als das praktisch unaufführbare und letztlich unerträgliche Jugendwerk des Böhmen ist Atterbergs erweitertes Solo von jener nordisch getönten, gelegentlich modalen Schönheit, der man gern zuhören wird – vielleicht nicht im Saal, gewiß aber in der heimischen Privatheit, die Truls Mørk mit seiner ausgefeilten Interpretation und seinem beglückenden Ton ganz direkt anspricht, indessen das Orchester aus Umeå seine Aufgaben mit Dezenz und Sensibilität erfüllt.

Kurt Atterbergs Arrangement des G-Dur-Sextetts von Johannes Brahms paßt ins filigrane Bild. Auch hier geht es schließlich um die Auseinandersetzung mit eher privaten Dingen, weshalb die Projektion eines chorischen Streicherapparats auch keine eigentlich sinfonische Musik erzeugt, sondern lediglich die Delikatesse in größere Säle hineinträgt – was ja immer die vornehmste Aufgabe solcher Einrichtungen sein sollte. Kristjan Järvi und die Streicher der Norland-Oper musizieren wiederum mit jener feinen, geschmeidigen Attitüde, die die gesamte Produktion kennzeichnet und trotz ihrer auf den ersten Blick etwas wunderlichen Zusammenstellung zu einem rundum bezaubernden Erlebnis macht.

Rasmus van Rijn [11.06.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Kurt Magnus Atterberg
1Violoncellokonzert op. 21 00:32:52
Johannes Brahms
4Streichsextett Nr. 2 G-Dur op. 36 00:35:33

Interpreten der Einspielung

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