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CD-Besprechung

Manuel de Falla Piano Music Vol. 1

Naxos 8.555065

1 CD • 57min • 2005

26.03.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Spanien ist nicht gerade reich an bedeutenden Pianisten. Als international anerkannte und auch im Konzertleben außerhalb der iberischen Halbinsel „erwünschte“ Künstler wären Alicia de Larrocha und Gonzalo Soriano zu nennen, während der seriöse, etwas betulich wirkende Josep Colom allenfalls in Frankreich regelmäßig vorüberschaut und dort zu Diensten ist. Jammerschade ist es in diesem Zusammenhang, dass Arthur Rubinstein nicht fleissiger gewesen ist, was seine an sich so geliebte spanische Musik anbelangte. Nationale Größen wie José Iturbi erlangten nur bedingt Bedeutung über die Grenzen der Heimat hinaus – und dies zu Recht, wie eine DVD-Zusammenstellung beweist, die im VAI-Katalog angeboten wird (4372). Iturbi ist bei dieser Gelegenheit auch mit Klavierkonzert-Ausschnitten zu erleben, begleitet von einem „The Bell Telephone Hour Orchestra“! Doch zurück zu Ligorios’, von ihm persönlich knapp und informativ kommentierter de Falla-Folge Nr. 1. Er ist kein Zauberer, aber er weiß den heiteren Nächtlichkeiten, den Gedenkstücken in Richtung Gallien ein gutes Maß an Charakteristik, an musiksprachlicher Definition zu sichern. Auch im Verlauf des etwas mühsam erdachten, akademisch zentrierten Konzertallegros zeigt er Durchhaltevermögen, findet mit gutem Spürsinn die attraktiveren Momente heraus.

Die beiden wichtigsten Elemente der spanischen Musik sind Körperlichkeit (Rhythmus) und Sanglichkeit. In den Vier spanischen Stücken und mehr noch in den von de Falla transkribierten, von Ligorio zum Teil noch überarbeiteten vier Nummern aus dem Liebeszauber-Ballett vermisse ich eine pianistisch-künstlerische Haltung, die diese Kriterien noch stärker, vielleicht sogar im besten Sinne fanatisch herausarbeiten würde. Gleichwohl: eine grundsolide Publikation, mit der ein Spanien-Freund sich auf kommende musikalische Reisen guten Gewissens vorbereiten kann.

Vergleichsaufnahmen: Cuatro piezas españolas: Weyand (Hänssler PH 05032), Berthold (Telos TLS 106), Barentzen (Nr. 4: Naxos 8.111120), Trattner (ambitus 97966), Colom (Mandala MNE 4995), Sánchez (ensayo ENY-CD-9735); Feuertanz: De Valmalète (Arbiter 144), Iturbi (DVD VAI 4372), Ellegaard (Danacord CD 442-443), Heisser (RCA 796512), Brailowsky (The Piano Library 256), Valdivia (Venus Music), Wild (Ivory 64405-70805), Rubinstein (RCA), de Larrocha (Decca).

Peter Cossé † [26.03.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Manuel de Falla
1Nocturno (1899)
2Serenata e-Moll
3Serenata andaluza (1900)
4Allegro de Concierto (1903/1904)
5Homenaje a Claude Debussy für Gitarre
6Pour le tombeau de Paul Dukas (1936)
7Cuatro Piezas Españolas (1906/1908 - Aragonesa, Cubana, Montanesa, Andaluza)
8El amor brujo für Klavier (Suite)

Interpreten der Einspielung

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