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CD-Besprechung

Dietrich Buxtehude Vokalwerke Vol. 1

Challenge Records CC72241

2 CD • 2h 17min • 2005

30.01.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Die adventlichen Abendmusiken in der Lübecker Marienkirche gehörten zu den weithin bekannten Attraktionen des Kulturlebens der Hansestadt, gelegentlich lockten sie eine derartige Menge Zuhörer in das geräumige Gotteshaus, dass die Polizei für Ordnung sorgen musste. Der 20-jährige Johann Sebastian Bach überschritt 1705 die für die Reise zu Buxtehude zugestandene Urlaubszeit nicht zuletzt deswegen beträchtlich, um dieser großartigen Veranstaltungen noch teilhaftig werden zu können. Besonders Dietrich Buxtehude hat den von seinem Amtsvorgänger Franz Tunder eingeführten Abendmusiken ihren Glanz verliehen.

Das vorliegende Oratorium Das Jüngste Gericht ist nur in einer undatierten anonymen Abschrift überliefert, so daß die Autorenschaft Buxtehudes nicht zweifelsfrei gesichert ist. Doch spricht schon die Herkunft dieses Manuskriptes dafür, dass das Stück, wenn nicht von Buxtehude selbst, so doch aus seinem direkten Umfeld stammt: Die Handschrift gehörte der Musikaliensammlung des Stockholmer Hofkapellmeisters Gustav Düben an, der ein enger Freund Buxtehudes war und für seine kirchenmusikalische Praxis ausgesprochen gern auf Werke des Lübecker Kollegen zurückgriff.

Das Argument, dass die Komposition an kontrapunktischer Raffinesse nicht ganz mit den übrigen Schöpfungen des Lübecker Marienorganisten mithalten könne, sticht nicht als Beweis gegen seine Autorenschaft, da das Werk nicht für eine kleine Schar intellektuell gebildeter Kenner bestimmt war, sondern für ein breites Publikum. Hier war eine der wenigen Gelegenheiten, ein geistliches Musikdrama vorzuführen, das mit der in Deutschland noch jungen Gattung der Oper mithalten konnte.

Ton Koopman stellt diese musikdramatischen Aspekte in den Mittelpunkt seiner ebenso differenzierten wie schwungvollen Interpretation. Ein bestens aufeinander abgestimmtes Solistenensemble sowie das hervorragende Amsterdamer Barockorchester nebst Chor machen die Aufführungsdauer von zweieinviertel Stunden zu einem Festvergnügen der besonderen Art. Hierzu trägt nicht zuletzt Koopmans Entscheidung bei, seine Einspielung größer als für Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts üblich zu besetzen. Damit berücksichtigt er einerseits die akustischen Verhältnisse einer gedachten Aufführung in der großen, bis auf den letzten Platz besetzten Marienkirche in Lübeck, und trägt überdies noch den ins 18. Jahrhundert vorausweisenden Charakterzügen des Jüngsten Gerichts Rechnung.

Detmar Huchting [30.01.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dietrich Buxtehude
1Wacht! Euch zum Streit gefasset macht BuxWV Anh. 3 (Das Jüngste Gericht)

Interpreten der Einspielung

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