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CD-Besprechung

Franz Lehár: Eva (Operette)

cpo 2 CD 777 148-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 7

Besprechung: 27.06.06

cpo 777 148-2

2 CD • 2h 06min • 2005

Es gibt immer wieder so etwas wie Versuche eines Ausbruchs innerhalb von oder aus Franz Lehárs Operettenwelt – in Richtung Modernität und Aktualität. Versuche, die jedoch alle wieder mit dem Refrain „Alles beim Alten“ enden. Dazu gehört auch die dreiaktige Fabriks-Operette Eva, die 1911 in Wien erstmals und mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Ein Sozialdrama mit Arbeiter-Revolte statt den üblichen amourösen Verwicklungen innerhalb der „gehobenen Gesellschaft“? Eigentlich doch wiederum nicht, denn wenn man sich statt des Fabrikbesitzers einen Grafen oder Bonvivant vergegenwärtigt und statt der Fabrikarbeiterin Eva ein beliebiges Operetten-Glücksmädel, dann spielt sich alles wieder in den altvertrauten Kulissen ab. Und harmloser läßt sich ein Arbeiter-Aufstand nicht schildern als in diesem vom Autoren-Duo Willner/Bodansky routiniert verfertigten Libretto. Wie eh und je gibt es auch hier das seriöse und das Buffo-Paar, alles wickelt sich in nur leicht abgeändertem Milieu (in einer belgischen Glasfabrik) ab. Der Komponist zeigt sich in diesem Werk auf voller Höhe seiner Instrumentierungskunst, jede Musiknummer trägt die eindeutige Erkennungsmarke Lehár, wenngleich sich der Melodienreichtum dieser Operette in Grenzen hält und keinen Vergleich mit der wenige Jahre davor entstandenen Lustigen Witwe aushält. Im Grunde sind es nur zwei Schlager, die sich durchgesetzt haben, die Kennmelodie der Titelfigur (Wär es auch nichts als ein Augenblick), die das ganze Stück durchwandelt, und noch viel mehr das schmissiger Tanzthema Fräulein Braut, seit jeher integraler Bestandteil diverser Lehár-Potpourris.

Die Aufnahme entstand als Dokumentation einer Aufführung des Lehár-Festivals Bad Ischl. Im dortigen Kurtheater, wo schon zu Zeiten des Kaisers Franz Joseph Vorführungen stattfanden, wird die Wiener Operetten-Kultur liebevoll fortgeführt – auf recht beachtlichem Niveau, das vor allem durch das ausgezeichnete Festival-Orchester und den Dirigenten Wolfgang Bozic bestimmt wird. Da wird mit Herz und Seele musiziert, pikant, schmissig, schmalzig, ganz nach probater Wiener Art. Von Sänger-Entdeckungen kann kaum die Rede sein, obwohl alle Solisten ihre Sache recht gut bewältigen und sich mit großem Impetus in ihre Aufgaben stürzen. Probleme bereiten nur die Organe der beiden weiblichen Hauptsängerinnen Morenike Fadayomi (Eva) und Zora Antonic (Pepita): nicht nur, weil sie zu ähnlich klingen, sondern auch weil sie ein Schwergewicht besitzen, das sich mit der Leichtigkeit des Genres nicht recht verbinden will. Auch haben beide mit erheblichen Sprachschwierigkeiten zu kämpfen. Hervorzuheben bleibt, daß es sich hier nicht um eine der üblichen Folgen von Musiknummern handelt, sondern um eine absolut vollständige Realisierung, die unverändert auch den Prosatext bietet. Mit Ausnahme der gedoubelten Hauptdarstellerin sprechen alle Mitwirkenden ihre Texte selbst.

Clemens Höslinger [27.06.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Lehár Eva (Operette)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Morenike Fadayomi Eva - Sopran
Zora Antonic Pepita Desirée Paquerette - Sopran
Reinhard Alessandrini Octave Flaubert - Tenor
Thomas Malik Dagobert Millefleurs - Tenor
Gerhard Balluch Bernard Larousse - Tenor
Thomas Zisterer Prunelles - Bariton
Chor des Lehár Festivals Bad Ischl Chor
Franz Lehár-Orchester Orchester
Wolfgang Bozic Orchester
 
777 148-2;761203714827^

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