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CD-Besprechung

harmonia mundi HMC 901897

1 CD • 78min • 2005

20.03.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Bei Aufnahmen mit Alter Musik (oder zumindest mit altem Instrumentarium) liegt es derzeit im Trend, dem Kenner die wichtigsten musikalischen Fakten der Produktion in entspanntem Telegramm-Stil kundig feilzubieten. Von harmonia mundi kam jüngst die Meldung: „Mozart, Paris, 1778“. Dahinter verbirgt sich die bislang einzige Einspielung einer Sinfonie des Jubilars (Nr. 31, D-Dur) mit dem Freiburger Barockorchester sowie das Doppelkonzert für Harfe und Flöte und die Sinfonia Concertante KV 297b.

Um es kurz zu machen: Orchester, Freiburg, 2006, Top! Die Einspielung bietet drei Orchesterwerke, die Mozart mehr oder weniger nachweislich im Rahmen einer durchwachsen verlaufenen Mäzenen-Suche in Paris 1789 geschrieben und aufgeführt hat. Dass dabei die Authentizität der Sinfonia concertante bis heute angezweifelt wird, stört bei der beispielhaften Darbietung der Freiburger kaum. Mit jedem Bogenstrich wird hörbar, dass dem Orchester die reizenden Werke des jungen Österreichers eine Herzensangelegenheit waren und keine Pflichtstücke zum Jubiläum. Das Ensemble stellt eine lebendige Gestaltung jeder noch so kleinen Überleitung oder Begleitfigur über alle Form von seelenlosem Perfektionismus. Durch jahrelanges gemeinsames Auftreten sind Tongebung und Artikulation derart aufeinander abgestimmt, dass man offenbar alles Weitere der Musik selbst überlassen hat. Mühelos wird die virtuose Melodik der Sinfonia concertante durch das ganze Orchester gereicht, ohne dass einer der hauseigenen exzellenten Solisten vor hörbaren spieltechnischen Problemen stünde (nicht einmal die Hörner!). Das Doppelkonzert wirkt dagegen im Ausdruck verhalten, aber durch die Zusammenstellung der Solisten wieder originell, und die bewundernswert gespielte Kadenz im Allegro lässt vergessen, dass Mozart Harfe und Flöte klanglich nicht mochte. In der D-Dur-Sinfonie kommt abschließend das volle Orchester zum Einsatz, wobei auch bzw. besonders hier auf den Erhalt des transparenten und lebendigen Klangbildes geachtet wurde. Dadurch geriet die schwungvoll-jugendliche Sinfonie glücklicherweise nicht zum „Rausschmeißer“, sondern deutet in dramatischen Momenten schon vielfach auf Mozarts spätere Opern und Orchesterwerke hin.

Wenn man so voll des Lobes über den Klang eines Orchesters auf einer CD sein kann, liegt das maßgeblich an der hervorragenden Aufnahmetechnik. Wie auch immer die Tonmeister von harmonia mundi zu Werke gingen, das Ergebnis ist fabelhaft. Die Instrumente sind tadellos aufeinander abgemischt und die Wiedergabe ist außerordentlich räumlich und natürlich.

Tobias Gebauer [20.03.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Wolfgang Amadeus Mozart
1Sinfonia concertante Es-Dur KV 297b für Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Orchester
2Konzert C-Dur KV 299 für Flöte, Harfe und Orchester
3Sinfonie Nr. 31 D-Dur KV 297 (Pariser)

Interpreten der Einspielung

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