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CD-Besprechung

F. Ries

cpo 1 CD 777 353-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 13.10.09

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cpo 777 353-2

1 CD • 66min • 2007

CPOs überaus lohnender Einsatz für den Komponisten Ferdinand Ries (1784-1838), der eine Zeit lang Beethovens Klavierschüler und Assistent war, trägt immer neue Früchte. Nach den Sinfonien, dem Oratorium Die Könige in Israel und verschiedenen Kammermusik-Veröffentlichungen wurde hier nun eine interessante und abwechslungsreiche Folge von Orchesterwerken zusammengestellt. Eine konzertante Rarität ersten Ranges ist das Konzert für zwei Waldhörner und Orchester, das der vielgereiste Ries 1811 in wenigen Wochen während eines Aufenthalts in Kassel für die hervorragenden Hornisten der dortigen Hofkapelle komponierte, ein einfallsreiches Werk, das mit allerhand klanglichen Finessen und harmonischen Überraschungen aufwartet. Die Solisten der vorliegenden Aufnahme, beide Koryphäen der heutigen Naturhorn-Szene, schlagen sich angesichts der beträchtlichen Schwierigkeiten ihrer Parts bravourös.

Ende 1810 wurde in Bonn das Violinkonzert e-Moll uraufgeführt. Solist war Ries‘ Vater Franz Anton, der seinerzeit dem jungen Beethoven Violinunterricht erteilt hatte. An dem in der Tradition der französischen Konzerte von Kreutzer und Rode stehenden Werk gefällt neben dem wunderbar ariosen Andante quasi larghetto besonders das temperamentvolle Allegro-Finale. Das Konzert, das lange Zeit nur in einer Bearbeitung durch Ries‘ Neffen Franz bekannt war, wird hier nach einem vom Komponisten selber korrigierten Stimmensatz gespielt. Der Geiger Anton Steck, Professor für Barockvioline in Trossingen, scheint sich vor allem bei virtuosen Passagen zuhause zu fühlen, während seine spröde Tongebung den lyrischen Phrasen einiges an Ausdruck vorenthält und die melodischen Bögen zerfallen lässt.

Abgerundet wird die Programmfolge durch zwei äußerst brillante Ouvertüren – die eine zur 1828 in Frankfurt uraufgeführten Oper Die Räuberbraut, die andere zu der 1831 für London komponierten Oper The Sorceress (deutsch: Liska oder Die Hexe von Gyllensteen) – beides wirkungsvolle Stücke, denen man gern auch im Konzertsaal begegnen möchte.

Die Wiedergabe durch das an der historisierenden Aufführungspraxis orientierte Ensemble der Kölner Akademie dürfte nicht nach jedermanns Geschmack sein. Im forte häufig unstrukturiert, wird der Klang im piano matt und ausdrucksarm. Was hier beeindruckt ist vor allem die pure Rasanz des Spiels, bei der der amerikanische Dirigent Willens seine Instrumentalisten allerdings manchmal bis an ihre Grenzen treibt.

Sixtus König † [13.10.2009]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 F. Ries Die Räuberbraut op. 156 (Ouvertüre) 00:07:56
2 Konzert Es-Dur WoO 19 für 2 Hörner und Orchester 00:26:18
5 Liska oder Die Hexe von Gyllensteen op. 164 (Ouvertüre) 00:06:27
6 Violinkonzert e-Moll op. 24 00:24:43

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Teunis van der Zwart Horn
Erwin Wieringa Horn
Anton Steck Violine
Kölner Akademie Orchester Orchester
Michael Alexander Willens Dirigent
 
777 353-2;0761203735327

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