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CD-Besprechung

John Cage

Works for Percussion

Hungaroton HCD 31847

1 CD • 64min • 2004, 2005

06.04.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Nach einer Reihe äußerst origineller, musikgeschichtlich in ihrer Art neuer Schlagzeug-Kompositionen, die Cage in den 40er Jahren komponierte, wurde Cage in den 50er Jahren zu einem Komponisten ausgefallener Concept Art. Das ist nicht minder neuartig und provozierend, aber was Aufsehen erregte und Cage bis heute zu einer auffallend-ausgefallenen Figur der jüngeren Musikgeschichte macht, das löst sich nicht unbedingt auch musikalisch ein. Das hier vorgestellte 27’10.554“ for a Percussionist ist dafür ein Beleg der besonderen Art. Die zahlreichen Tonquellen, derer sich der Schlagzeuger in einer vorgegebenen Zeitrahmen-Partitur bedienen muß, fordern ihn zwar in bestimmten Augenblicken so extrem, daß eine wirkliche Realisierung nur mit Hilfe eines entsprechend getimten Zuspielbandes möglich ist, oder, wie hier in der mustergültigen Amadinda-Aufnahme, durch verschiedene Tonspuren, die einzeln korrekt eingespielt werden. Aber so interessant wie im Einzelfall die klangliche Lösung auch sein mag – der Hörer, der sich tatsächlich über die Zeit von 27 Minuten 11 Sekunden diesem Klangobjekt aussetzt, hat nicht das Gefühl, daß er einer irgendwie sinnvollen oder sinnleeren, irgendwie konstruktiven, destruktiven oder überhaupt irgendwie codierten oder bewußt nicht-codierten Angelegenheit zuhört. Die langen Pausen und die eben irgendwie und irgendwann eintretenden Geräusche wirken schlicht und einfach wie Ereignisse, die man zur Kenntnis nehmen kann, die aber eigentlich auch nicht wirklich interessant sind und die man zu Recht in die Verantwortung nimmt, ob sich die Zeit, sie zu hören, wirklich lohnt. Natürlich könnte man diesen so hier beschriebenen Sachverhalt durchaus blumiger und im Sinne von Cages Ästhetik philosophisch kompatibler beschreiben, aber die subjektive Wahrheit bleibt, daß jene rituellen Eigenschwingungen, daß jene Öffnungen von Raum und Zeit, die Cages wie Feldmans Musik oft ihren Reiz geben, hier nicht aufkommen, und damit entstehen die simplen Voraussetzungen für Langeweile. Insofern sind die hier beigefügten Nebenwerke von Cage (Begleitmusiken zu Choreographien) musikalisch ergiebiger, interessanter, übrigens auch unterhaltender als diese knappe halbe Stunde Ödnis. Die zwischen 1940 und 1943 entstandenen skurrilen, immer wieder andersartig witzigen, charmanten und leichtfüßigen Geistesblitze haben ihren ganz eigenen Drive, der auch nicht dadurch minderwertiger wird, daß Cage diese Werke eigentlich gern versteckt hielt, weil... und bei diesem weil sind wir wieder bei dem eigentlichen, oben angesprochenen Problem!

Hans-Christian v. Dadelsen [06.04.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
John Cage
127' 10.554 '' für Percussion
2Fads and Fancies in the Academy
3Four Dances (What so proudly we hail)

Interpreten der Einspielung

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