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CD-Besprechung

H. Genzmer

Thorofon 1 CD CTH 2529

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 7

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 27.03.06

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Thorofon CTH 2529

1 CD • 73min • 2004, 2005

In der Zeit unendlicher Rentendebatten und Gehhilfe-Diskussionen sind Persönlichkeiten wie Harald Genzmer nicht gerade hilfreiche Vorbilder. Der 1909 geborene, inzwischen also 97 Jahre alte Komponist, der uns noch vor gar nicht allzu langer Zeit mit einem unglaublich munteren, spritzigen Doppelkonzert für Trompete und Klavier überraschte – dieser Mann ist offenbar das Relikt einer Zeit, in der Vitalität noch kein Fremdwort, sondern eine Sache der geistigen Einstellung war.

Das hört man seiner Musik an, die sich eigentlich nur mit antiquiertem, sprich: zukunftsträchtigem Vokabular wird beschreiben lassen. Poetisch ist sie, geisterhaft-gespenstisch bisweilen, dann wieder rhythmisch gepfeffert wie Gulasch à la Bartók; enorm verspielt und virtuos, ohne daß der Kampf mit der Tücke des jeweiligen Objekts zu undankbarer Schaustellerei oder ärgerem verkäme (nie werde ich vergessen, wie ein avantgardistischer Komponist einmal die „Unspielbarkeit” und das damit verbundene Scheitern der Musiker zu einem Parameter der Moderne glaubte erheben zu müssen).

Die hier vorliegenden Werke entstammen mit Ausnahme der 1953 entstandenen ersten Cellosonate allesamt den 1970er und -80er Jahren, wären also eigentlich als die Kreationen eines „rüstigen Rentners” einzustufen – doch sie überraschen vom ersten bis zum letzten Takt durch eine Freude am Erschaffen, die wirklich mustergültig ist. Große Bögen, raffinierte, freche Effekte wie etwa das schnurrige Ricochettieren des Kontrabasses im Finale seiner Sonate, feinsinnige, atmosphärisch schön eingesetzte Dissonanzen, witzige Einfälle (besonders in dem Volkslieder-Defilee der Sechs Bagatellen) und vor allem überschaubare, nirgends geschwätzige Architekturen machen die fünf hier versammelten Kompositionen und ihre Ausführung zu einem fast reinen Vergnügen, in dem der nicht vollends ausgelotete Aufnahme-Raum nur minimale Abzüge bringt.

Rasmus van Rijn [27.03.2006]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 H. Genzmer Sonate für Kontrabass und Klavier
2 Sonate Nr. 2 für Violoncello und Klavier
3 Sechs Bagatellen für Violoncello und Kontrabass
4 Sonate Nr. 1

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Martin Ostertag Violoncello
Nabil Shehata Kontrabaß
Oliver Triendl Klavier
 
CTH 2529;4003913125293

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