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CD-Besprechung

Naxos 8.557722

1 CD • 67min • 2004

08.01.2007

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Der herbbittere Geschmack von Schostakowitschs Duosonaten öffnet einen ganz eigenen Klangraum, auf den man sich intensiv einlassen muß, wenn man die zeitlosen Aspekte dieser auf den ersten Blick so stilistisch zeitgebundenen Musik erfassen will. Vor allem die späte Violinsonate (1968) ist ein Werk, das exemplarisch besonders intensiv zeigt, wie sich Geist und Gestus von Musik unabhängig von den oft engen Chiffren einer geschichtsbedingten Stilistik mitteilen können. Der fahl-fade Spät-Neoklassizismus dieser erst langsam und indirekt berührenden Musik steht ihr nur im Wege, wenn man nicht wirklich präzise hinhört und den subtilen psychischen Strukturen der Musik nicht den inneren Hörraum zur Verfügung stellt, der ihnen zukommt. Und natürlich gibt es Interpretationen, die einen solchen quasi alchemischen Lösungsprozess musikalischer Essenzen begünstigen, und andere, die ihn eher schwer machen – wie die hier vorliegende Einspielung. Die höchst stilsicheren und instrumental hervorragenden Interpreten legen eine mustergültige und unangreifbare Interpretation vor, aber sie ordnen sich allzu sehr den rhythmisch und agogisch doch recht zweifelhaften Normen eines kantig-eckigen Klassizismus unter. Der bewusst spröde Ton der Violine, eine etwas einförmig geradlinige Gestaltung von Takt und Rhythmus und eine deutliche Scheu vor subjektiv-emotionalerer Stellungnahme gibt der Musik ein gewiss sachliches und objektives Profil, aber es dürfte dem Hörer dabei doch schwer fallen, sich aus den Rahmenbedingungen, aus den doch sehr traditionellen Koordinaten der Spielweise zu befreien. Ein positiv berührendes Gegenbeispiel zu dieser immer wieder etwas abgespult wirkenden Interpretation wäre hier etwa die Einspielung mit Jörg Faßmann und Gunther Anger, die jeder einzelnen Phrase der Musik mehr Eigenheit, ja Wärme zugestehen, etwa im langen Anfangsteil des ersten Satzes, oder die – etwa im Schlusssatz – dem Zeichenhaften der Musik jenseits seiner metrischen Koordinaten mehr Raum geben, ohne dadurch die übergeordnete Ordnung der Musik zu stören. Auch den Interpreten der frühen Cellosonate (1934) wünschte man mehr persönlichen Mut, den Notentext nicht nur als präzises Gesetz zu verstehen, sondern als einen zwar notwendigen, aber doch immer neu zu formenden und insofern stets mangelhaften Abdruck.

Vergleichs-aufnahme:

Sonate für Violine und Klavier Op.134, Jörg Faßmann (Violine), Gunther Anger (Klavier); apollon classics 20104, Prod. 2004

Hans-Christian v. Dadelsen [08.01.2007]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Dimitri Schostakowitsch
1Sonate d-Moll op. 40 für Violoncello und Klavier
2Sonate G-Dur op. 134
3Romanze No. 9 op. 97a
4Nocturne

Interpreten der Einspielung

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