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CD-Besprechung

Franz Schubert Poets of Sensibility Vol. 3

Naxos 8.557568

1 CD • 61min • 2004

23.01.2006

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 5

Dass man auch mit mäßigen stimlichen Mutteln ein großer Sänger sein kann, wenn dieses Defizit durch überragende Eloquenz und Expressivität kompensiert wird, dafür gibt es in der Gesangsgeschichte beeindruckende Beispiele. Auch Wolfgang Holzmairs stimmliche „Grundausstattung“ ist nicht gerade opulent, herausragend attraktiv oder unverwechselbar individuell zu nennen. Wenn man seinen hellen, leicht ansprechenden Tenorbariton erkennt, dann liegt das kaum am charakteristischen Timbre, sondern an der österreichischen Sprachfärbung. Allerdings verfügt Holzmair auch nicht über die erzählerischen und darstellerischen Mittel um im dichtbesetzten Feld hervorragender lyrischer Baritone auf dem Gebiet des Liedgesangs konkurrieren zu können, etwa mit Christian Gerhaher, Roman Trekel, Dietrich Henschel oder Stefan Genz. Man mag Holzmair zubilligen, dass er für ein Gutteil dieses Programms mit Liedern der Göttinger Hainbündler (Hölty, Stolberg) und ihnen nahestehenden Dichtern (Claudius) die rechte unverstellte Natürlichkeit und volksliedhafte Schlichtheit aufbringt. Doch wenn sich der Ausdruck denn doch einmal zu verdichten, zu steigern und zu variieren hätte, hin zu sehnsüchtigem Schwärmen und elegischem Träumen (Auf dem Wasser zu singen), dann bleibt er bieder und vordergründig. In Der Traum verzichtet der Bariton auf jeden Anflug von Humor und Charme und verschenkt die Schlusspointe; in Seligkeit fehlt jedes Lächeln und jede Heiterkeit; in Der Tod und das Mädchen kommt in keinem Moment Verzweiflung und Todesangst auf. Das Ergebnis: Holzmairs expressive Farbpalette bleibt allzu schmal und monochrom. Noch dazu leistet er sich gesangliche Nachlässigkeiten wie unschöne Aspirierungen, zum Beispiel in Die frühe Liebe: „…i-he-re-hes blo-honden Lo-hockenhaars“. Auch Ulrich Eisenlohrs kompetentes Spiel am Fortepiano vermag am mäßigen Gesamteindruck der CD wenig zu ändern.

Kurt Malisch † [23.01.2006]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Der Tod und das Mädchen op. 7 Nr. 3 D 531
2Der Leidende D 432 (Klage, 1816)
3Totengräberlied D 44 (1813)
4Lied D 788 (Des Lebens Tag ist schwer und schwül, 1823)
5Der Leidende D 432 (Klage, 1816)
6Die Nonne D 208 (1815)
7Täglich zu singen D 533 (1817)
8Klage D 371 (Trauer umfließt mein Leben)
9Stimme der Liebe D 412 (1816)
10Seufzer D 198 (1815)
11An eine Quelle D 530
12An die Apfelbäume, wo ich Julien erblickte D 197 (1815)
13Die frühe Liebe D 430 (1816)
14An den Mond op. 57 Nr. 3 D 193
15Abendlied D 499 (1816)
16Klage D 436 (Dein Silber schien durch Eichengrün, 1816)
17Auf den Tod einer Nachtigall D 201 (Fragment, 1815)
18Auf den Tod einer Nachtigall D 399 (1816)
19Auf dem Wasser zu singen op. 72 D 774
20Lied in der Abwesenheit D 416 (Fragment, 1816)
21Der Liebende D 207 (1815)
22Minnelied D 429 (1816)
23Der Traum D 213 (1815)
24Seligkeit D 433

Interpreten der Einspielung

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