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CD-Besprechung

W.A. Mozart

OehmsClassics 2 CD OC 538

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 16.11.05

OehmsClassics OC 538

2 CD • 1h 34min • 2005

Mozart braucht ein Haus. Das weiß man in Salzburg und sammelt fleißig dafür – unter anderem mit dieser Doppel-CD, dem Zusammenschnitt aus drei Benefiz-Konzerten, die im Mai dieses Jahres im Mozarteum stattgefunden haben. 2,50 Euro vom Kaufpreis eines jeden Albums kommen als Spende dem Bau des „Hauses für Mozart“ zugute, wie das Grußwort der Festspiel-Präsidentin Rabl-Stadler verkündet. Sonst gibt es wenig Aufregendes zu vermelden. Der Engländer Ivor Bolton, seit 2004 Chefdirigent des Mozarteum-Orchesters, schwimmt – musikalisch nicht immer ganz im Einklang mit dem philharmonischen Soloklarinettisten Peter Schmidl aus Wien – im Mainstream der sogenannten Originalklang-Bewegung mit, tut dies aber mit mehr Diskretion und Geschmack als mancher seiner Kollegen. Klangliche Entstellungen gibt es nicht, die Tempi wirken im Großen und Ganzen angemessen, auch wenn Bolton im Andante der Jupiter-Sinfonie erst nach sechs Takten zu einem kontinuierlichen Puls findet und das Menuett für Mozarts Bezeichnung „Allegretto“ zu hastig angegangen wird. Wie andere Adepten der Originalklang-Zunft beschäftigt sich Bolton überwiegend mit der klanglichen Oberfläche, die, soweit es das mitunter etwas schwerfällig und nicht immer präzise agierende Orchester zulässt, recht gelungen ist.

Den Triebfedern eines musikalischen Satzes nachzuspüren, erfahrbar zu machen, was „die Welt im Innersten zusammenhält“, ist bei diesem Ansatz nicht vorgesehen. Am Finale der "Jupiter-Sinfonie" haben sich schon viele Dirigenten die Zähne ausgebissen – wer hier nicht deutlich phrasiert und souverän eine Prioritätsordnung zwischen den Stimmen schafft, wird dem Hörer kaum einen sinnvollen Zusammenhang vermitteln. Fragwürdig erscheint generell die Praxis, längere Notenwerte abzukürzen und kurzen Werten anzugleichen. Hierdurch wird der Reichtum einer Partitur reduziert, werden Phrasen zerteilt und verlieren andere Stimmen ihren notwendigen Gegenpart, es entsteht ein löchriges Gewebe, durchsetzt von Pausen, die Mozart nicht geschrieben hat. Hauptmanko aber ist die wenig ausgeprägte Sensibilität gegenüber harmonischen Zusammenhängen, die Kadenzen wie im Kopfsatz der Jupiter-Sinfonie so plump klingen lässt, dass Bolton selbst die Notwendigkeit verspürt, sie durch (bei Mozart nicht zu findende) piano-crescendo-Effekte aufzupeppen.

Dringender als ein Haus braucht Mozart Musiker, die den Komponisten „gegen die mechanische Lebensauffassung verteidigen“, die nicht bei Buchstabentreue und wie auch immer gearteter Aufführunspraxis stehen bleiben, sondern bereit sind, jenseits der Oberfläche auf musikalische Sinnsuche zu gehen.

Sixtus König † [16.11.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 W.A. Mozart Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 (Jupiter)
2 Sinfonie Nr. 36 C-Dur KV 425 (Linzer Sinfonie)
3 Konzert A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Peter Schmidl Klarinette
Mozarteumorchester Salzburg Orchester
Ivor Bolton Dirigent
 
OC 538;4260034865389

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