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CD-Besprechung

Saxophone Caprices

Saxophone Caprices

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 18.10.05

Klassik Heute
Empfehlung

hänssler CLASSIC 98.220

1 CD • 67min • 2005

Man höre die Aria (Tr. 10) und die Caprice (Tr. 11) von Eugène Bozza und wundere sich über jene Zuhörer, die nicht spätestens beim Saxophon-Vortrag dieser Stücke durch den jungen Armenier Koryun Asatryan ins Schwärmen geraten. Mag man zuvor über die Arrangements des beliebten Ungarischen Tanzes g-Moll Nr. 1 von Johannes Brahms oder über Robert Schumanns wenig zum Saxophon passendes Adagio und Allegro op. 70 zwar anerkennend, aber doch reserviert geurteilt haben, so gehört doch der „Rest“ dieser durchweg exzellent dargebotenen CD eindeutig zu den Höhepunkten solistischer Saxophon-Recitals. Zu loben ist in diesem Zusammenhang die koreanische Begleiterin Jang Eun Bae, deren Nennung keineswegs nur ins Kleingedruckte gehört. Die aufnahmetechnische Betreuung durch das bewährte Tonstudio Teije van Geest sorgt auch in akustischer Hinsicht für das i-Tüpfelchen der vorliegenden Aufnahme.

Es bleibt jedoch die offene Frage zu klären, weshalb dieses Instrument, das so viele gefühlvoll-romantische Klangschönheiten in sich birgt und das lediglich in der Jazzgeschichte eine fulminante Akzeptanz und quirlige Vertrautheit gefunden hat, im „sinfonischen“ Konzertbetrieb eine ungerechtfertigt magere Rolle spielt. Gewiß, prominenten Quartettvereinigungen und Spezialensembles wie den Raschérs und auch dem hier zu hörenden Solobläser darf man im Glücksfall als Besucher eines herausgehobenen Festivals oder Sonderkonzertes begegnen. Aber so mancher Dirigent und Programm-Manager wäre zweifellos gut beraten, sich einmal von dem Können dieses jetzt 19jährigen Saxophon-Jungstars animieren zu lassen, um ihn dann als Interpret der raren, orchesterbegleiteten Meisterwerke prominenter Komponisten für sein im klassischen Konzertsaal immer noch „exotisches“ Instrument flächendeckend zu verpflichten. Die Carmen-Fantasie (nach Bizet) von François Borne (Tr. 1) oder der unbegleitete Solovortrag von Paul Bonneaus Caprice en forme de valse (Tr. 12) sollten letzte Skeptiker überzeugen. Das Zugaben-Gesummse in Rimsky-Korsakoffs virtuosem Hummelflug (Tr. 14) kann man wohl kaum rasanter und kreatürlicher interpretiert hören. Ein Reißer! Genug geschwärmt.

Dr. Gerhard Pätzig [18.10.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 Fr. Borne Fantaisie brillante sur des airs de "Carmen"
2 C. Saint-Saëns Le Cygne (Der Schwan - aus: Der Karneval der Tiere)
3 J. Brahms Ungarischer Tanz Nr. 1 g-Moll – Allegro molto
4 R. Schumann Adagio und Allegro
5 P. Iturralde Pequeña Czarda
6 E. Granados Intermezzo
7 D. Milhaud Scaramouche
8 E. Bozza Aria
9 Caprice
10 P. Bonneau Caprice en forme de valse
11 P. Sweerts Klonos
12 N. Rimsky-Korssakoff Der Hummelflug

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Koryun Asatryan Saxophon
Jang Eun Bae Klavier
 
98.220;4010276017653

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