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CD-Besprechung

Bartholomaeus Stockmann Musica Nuptialis

Bartholomaeus Stockmann<br />Musica Nuptialis

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 30.06.05

Klassik Heute
Empfehlung

dacapo 8.226024

1 CD • 57min • 2004

Das Doppelherzogtum Schleswig-Holstein war ein geschichtlicher Zwitter: Durch Holstein dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zugehörig, war es mit seinem schleswigschen Landesteil dem Königreich Dänemark verbunden. Durch die Erbfolge gewannen die Schleswiger Herzöge mit Fredrik I. den dänischen Thron. So wurde eine kulturelle Einheit geboren, die erst im – aus heutiger Sicht törichten – nationalen Wahn des 19. Jahrhundert ihre Dynamik verlieren sollte.

Diese CD ist jedenfalls ein schönes Beispiel dafür, daß geographische Räume im Barock kulturell eine größere Bedeutung hatten als Nationalstaaten und Kultusministerkonferenzen! Auf der anderen Seite spielten natürlich damals dynastische Betrachtungen eine große Rolle – das können wir uns heute gar nicht mehr vorstellen, in einer Zeit, wo in Skandinavien alleinerziehende Mütter (wie in Norwegen) oder australische Damen mit schottischem Familienhintergrund (wie bei Mary von Dänemark) Kronprinzessinnen werden.

Wie dem auch sei: Die vorliegende CD ist Hochzeitsmusiken des späten 16. Jahrhunderts gewidmet, die nach jahrhundertelangem Schlaf am Ende der 1980er Jahre in Flensburg gefunden wurden. Die beiden ersten Motetten der Sammlung entstanden anläßlich der Hochzeit der dänischen Prinzessin Elisabeth und des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel, die am 19. April 1590 auf Schloß Kronborg gefeiert wurde. Die Hochzeit des dänischen Kronprinzen Fredrik mit Mary Donaldson bot den dänischen Interpreten eine mehr als willkommene Gelegenheit, dieses Programm der Öffentlichkeit zu präsentieren, stammt doch Fredrik, als Angehöriger der ältesten in direkter genealogischer Nachfolge verbürgten Monarchie Europas, durch verzweigte Linien von beiden der damals verbundenen Eheleute ab.

Die Capella Hafniensis (die mit ihrem Namen an den lateinischen Namen Kopenhagens erinnert) zeigt sich in dieser Einspielung als ein Ensemble europäischen Ranges, das den gleichfalls europäischen Rang dieser Musik im Konzert der damals musizierenden Völker des Kontinents uneingeschränkt und überzeugend zu vermitteln weiß. So wird diese CD zu einer dringenden Empfehlung für alle Liebhaber der Musik bis 1700!

Detmar Huchting [30.06.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 B. Stockmann Candida lux rediit
2 Congratulare Musa
3 Vulnerasti cor meum
4 Veni, dilecte mi
5 Inclyte Thespiadum
6 Sicut iuvenis amat virginem
7 Tota pulchra es
8 Tu qui corda creas
9 Commenda Domino viam tuam
10 Befiehl dem Herren deine Wege
11 Anon. Bewahr mich Herr
12 Dulcis memoria
13 Je prens Engre
14 Godt ist myn Licht
15 Pater peccavy

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Capella Hafniensis Chor
Allan Rasmussen Orgel
Ole Kongsted Dirigent
 
8.226024;0636943602423

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