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CD-Besprechung

Balkan Rhapsody

Balkan Rhapsody

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 27.05.05

Klassik Heute
Empfehlung

OehmsClassics OC 603

1 SACD • 53min • 2002, 2004

Eigentlich hatte ich gehofft, daß Aufnahmen mit Bearbeitungen klassischer Werke für Panflöte allmählich aussterben. Das wird jeder nachvollziehen können, der einmal in solcher Form das Adagiothema aus Bruckners achter Sinfonie gehört hat, eine Aufnahme, die in den siebziger Jahren in Holland auf den Markt kam. Wer angesichts des ein wenig irreführenden CD-Titels Postkarten einer Rumänien-Reise glaubt, dass es sich um eine weitere dieser Fastfood-Produktionen handelt, wird beim Hören sofort eines Besseren belehrt. Dem renommierten Panflöten-Virtuosen Ulrich Herkenhoff ist hier ein weiteres faszinierendes Projekt auf seinem dornenvollen Weg gelungen, „die Panflöte als seriöses Konzertinstrument zu etablieren“, wie es im Beiheft heißt.

Zum Ausdruck kommt in dieser Produktion die tiefe Verbundenheit des Instrumentes wie auch des Spielers mit dem Balkan: die titelgebenden Postkarten sind Miniaturen, die der Solist bei seinen Reisen dort von improvisierenden Ensembles abgelauscht und bearbeitet hat. Besondere politische Aktualität bekommt die CD durch das Stück Balkania, das der Musiker und Beiheft-Autor Matthias Keller unter dem Eindruck des Völkermords im Balkankrieg für Panflöte und großes Orchester komponiert hat; ihm liegt ein originales Wiegenlied aus Albanien zugrunde, daß durch eine Aufnahme des Schweizer Pioniers der Musikethnologie, Marcel Cellier, überliefert ist. Vielleicht nicht von ungefähr erinnert daran zugleich manches an Bartók, von dem hier die rumänischen Volkstänze beigegeben sind – der originale Violinpart wird hier von der Panflöte gespielt. Die CD endet mit einer weiteren Orchestration aus der Feder Kellers – den zündenden Bulgarischen Tänzen von Parachkev Hadjilev.

Oehms Classics kommt das Verdienst zu, dieses außergewöhnliche Musikdokument zugänglich gemacht zu haben, und noch dazu als SACD. Der Klang ist vorzüglich; auch das Orchester spielt sich in hörbare Begeisterung, und von einem Dirigenten wie Toshiyuki Kamioka – einem typischen Absolventen des Dirigentenforums des Musikrates mit anschließender deutscher Opernkapellmeistertätigkeit – hätte ich nicht gedacht, dass er sich für eine solche, nicht gerade zentrale Werke des Repertoires betreffende Stücke begeistern könnte. Problematisch finde ich die Lieblosigkeit der Aufmachung des Produktes angesichts des musikalischen Anliegens. Das Beiheft wartet mit sage und schreibe sechs Porträt-Aufnahmen des Panflötisten (und einer des Dirigenten) auf, und die gesamte Optik geht eher in Richtung der anfangs kritisierten Lollipop-Produktionen.

Dr. Benjamin G. Cohrs [27.05.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 U. Herkenhoff Postcards of a Romanian Journey
2 B. Bartók Rumänische Volkstänze
3 M. Keller Balkania
4 P. Hadjiev 12 Bulgarian Dances

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Ulrich Herkenhoff Panflöte
Münchner Rundfunkorchester Orchester
Toshiyuki Kamioka Dirigent
 
OC 603;4260034866034

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