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CD-Besprechung

Early Italian Chamber Music

Early Italian Chamber Music

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 24.08.05

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BIS BIS 1335

1 CD • 68min • 2002

Auf diese Aufnahme haben Fans des schwedischen Blockflötisten Dan Laurin schon lange gewartet. Fast das gesamte relevante Blockflötenrepertoire hat er mit seinen zahlreichen preisgekrönten Einspielungen auf dem BIS-Label abgedeckt: Vom Monumental-Projekt des „Fluyten Lust-hofs“ Jacob van Eycks über Händel-Sonaten, italienische und französische Barockmusik bis hin zu zeitgenössischen Solo-, Ensemble- und Konzertwerken. Für eine ganz spezielle Musik hat er sich offensichtlich besonders viel Zeit gelassen. Nun ist sie endlich da, die Platte mit Musik des italienischen Frühbarock. Und das Warten hat sich gelohnt: Im Verbund mit dem herausragenden Masaaki Suzuki (dem Leiter des Bach Collegiums Japan) gelingt Laurin eine aufsehenerregende Einspielung.

Mit dem Wechsel von musikalischen „Schwergewichten“ und Intermezzo-artigen Einschüben ist die CD dramaturgisch geschickt angelegt und gewinnt darüber hinaus von einer großen Bandbreite verschiedener Blockflöten bzw. dem Wechsel von Cembalo und Orgel. Die ausgewählten Werke umspannen fast ein ganzes Jahrhundert (1585 bis 1670); dementsprechend vielfältig ist auch die Stilistik. Kurze, informative Begleittexte runden die Produktion ab. Als ein Manko jedoch wird der interessierte Hörer das Fehlen detaillierter Instrumenten-Angaben für die einzelnen Tracks abbuchen wie sie sonst bei den Aufnahmen Laurins üblich waren.

Die Aufnahmetechnik hat den gewohnt hohen BIS-Standard, wenn auch die Balance beider Instrumente etwas künstlich (zugunsten der Blockflöte) scheint. Ein Ausrutscher diesbezüglich ist das sehr stark überakustische Bassano-Soloricercar. Puristen mögen sich an einigen vielleicht nicht ganz korrekten Temporelationen aufhalten oder sich über die zuweilen großen (agogischen) Freiheiten oder exzessiven, manchmal fast manieristischen Verzierungen und diversen Vibrati Laurins mokieren – doch eines steht fest: Nur wenige andere Spieler kommen dem „neuen Geist“ der Epoche, der so dramatischen „Neuen Musik“, wie sie um und nach 1600 in Italien entstanden ist, so nah wie Dan Laurin und Masaaki Suzuki. Einen gänzlich anderen, vielleicht quellengetreueren Ansatz verfolgt die kürzlich erschienene Arcadia-Platte Sven Schwannbergers, auf der etliche Werke des hier aufgenommenen Repertoires in Vergleichseinspielungen zu hören sind.

Heinz Braun [24.08.2005]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 D. Castello Sonata prima
2 G.B. Fontana Sonata seconda
3 B. Montalbano Sinfonia prima: Arezzo
4 G.P. Cima Sonata seconda (1610)
5 T. Merula Sonata prima (1624)
6 G. Bassano Ricercata ottava (1585)
7 A. Berardi Canzone sesta (1670)
8 B. Montalbano Sinfonia quarta: Geloso
9 G.L. Conforti Laudate Pueri (1601/1603)
10 G.P. Cima Sonata prima (1610)
11 G. Frescobaldi Canzona terza für Orgel
12 Canzona prima (La Bonuisia)
13 Canzona seconda (La Bernardina)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Dan Laurin Blockflöte
Masaaki Suzuki Cembalo, Orgel
 
BIS 1335;7318590013359

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