
Hyperion CDA 67495
1 CD • 79min • 2004
24.02.2005
Künstlerische Qualität:
Klangqualität:
Gesamteindruck:
In Konkurrenz zu seinen zahlreichen englischen Pianistenkollegen – Hough, Osborne, Shelley vor allem – vermochte mich Piers Lane mit seinen Publikationen nie so recht überzeugen. Es fehlte mir in seinen d’Albert-, Busoni- oder Skrjabin-Aufnahmen stets der letzte gestalterische Wille - also ein Spannungsmoment, das eine Interpretation im Moment der Kundgabe als gleichsam unausweichlich deklariert. Hier nun, wenn Lane sich insgesamt 24 Etüden und einem echt liebenswürdigen „Liebesgedicht“ von Henselt widmet, scheint er über seinen eigenen Schatten zu springen. Ausgewähltes von Henselt ist in seinerzeit pionierhaften Einspielungen mit Michael Ponti (Vox/Candide) in Erinnerung. Lane ist es gegeben, diese brillanten, in der Mach- und Denkungsart konservativen „Übungsstücke“ lebendiger, in ihrer je eigenen Charakteristik anschaulicher zu erfassen und zu übermitteln, wobei im gegebenen Fall auch die rein technische Brillanz nicht zu kurz kommt. Den musikalischen Wert dieser Sammlungen wird der kundige Musikliebhaber nicht überschätzen, aber er sollte sie - im Umfeld der Liszt- und Chopin-Etüden, in Nachbarschaft zu Werken etwa von Moscheles - als Ausdruck ihrer Zeit und als schöne Möglichkeiten eines begabten Autoren im langen Schatten der Allergrößten begrüßen.
Peter Cossé † [24.02.2005]
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Komponisten und Werke der Einspielung
Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
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CD/SACD 1 | ||
Adolph Henselt | ||
1 | Douze Études caractéristiques de concert op. 2 | |
2 | Poème d'amour op. 3 | |
3 | Douze Études de salon op. 5 |
Interpreten der Einspielung
- Piers Lane (Klavier)