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CD-Besprechung

cpo 777 069-2

1 CD • 70min • 2004

02.12.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 5
Klangqualität:
Klangqualität: 7
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Guido Schiefen hat für den WDR zwischen 1994 und 2002 unter verschiedenen Dirigenten Werke für Cello und Orchester von Jacques Offenbach eingespielt. Das Label cpo hat diese Produktionen für die hier vorgelegte CD zusammengestellt, die einen interessanten Eindruck von den virtuosen Fähigkeiten des Komponisten und Cellisten Offenbach vermittelt. Die von Eckhardt van den Hoogen in seinem brillant formulierten, aufwendig recherchierten Beiheft-Text angeführten Widerhaken und Brüche kann man allerdings wegen des gefälligen Spiels von Guido Schiefen kaum wahrnehmen: Nach Lektüre des Textes hätte ich beim Hören doch weit mehr Ecken und Kanten vermutet...

Es wirkt etwas gezwungen, vier völlig unterschiedliche Miniaturen für Cello und Klavier (unter Weglassung der originalen Opuszahlen in der Trackliste) unter dem Einheit suggerierenden Titel 4 Impressions zusammenzufassen, der möglicherweise von dem genannten Orchestrator Heinz Geese (nicht Giehse?) stammt – über die Umstände dieser Instrumentierung ist nichts zu erfahren. Im Beiheft wird Offenbach vielversprechend der „Liszt des Violoncellos“ genannt (S. 5) – doch war ich durch das Spiel von Guido Schiefen enttäuscht. Routiniert entledigt er sich seiner an sich reizvollen Aufgaben. Der Sitz mancher Doppelgriffpassage und insbesondere virtuose Passagen in den höchsten Lagen lassen zu wünschen übrig. Auch zum Orchester sprang offenbar nie ein Temperaments-Funke vom Solisten über, zumal die geschmackvolle Instrumentierung ohnehin dem Cello die Führung überläßt. Die verschiedenen Dirigenten (insbesondere Helmuth Froschauer in den beiden rahmenden Solokonzerten) und das diszipliniert-gelassene WDR-Rundfunkorchester können da wenig retten, zumal in der klanglichen Nachbearbeitung durch gelegentliche Dosen Hall der Produktion zusätzliche Weichzeichner aufgepfropft wurden. Ich hätte mir mehr Schärfe im Klang und musikalisch ein dem Beiheft-Text adäquates Engagement gewünscht. Man höre einmal die Einspielungen qualitativ vergleichbarer Miniaturen von Saint-Saëns mit der Tapiola Sinfonietta unter Jean-Jacques Kantorow bei BIS – Offenbachs Musik hat mindestens ein vergleichbares Potential.

Es gibt von beiden Konzerten achtbare Alternativ-Einspielungen mit Ofra Harnoy, und zwar das Concerto Rondo mit dem Boston Pops Orchestra unter Erich Kunzel (Vox Unique CD 9011) und das Concerto Militaire, begleitet vom Bournemouth Symphony Orchestra unter Antonio de Almeida (BMG CD 9026 68420-2). Auch um Offenbachs Gesamtwerk für Cello und Orchester handelt es sich hier nicht: Werner Thomas und das Münchner Kammerorchester unter Hans Stadlmair haben neben der Elegie Deux ámes au ciel – die Werner Thomas differenzierter und überzeugender spielt als Guido Schiefen – noch zwei weitere Miniaturen für Orfeo eingespielt (Orf C 131 851: Les Larmes de Jacqueline und Harmonies du Soir). Sicher wäre noch mehr Interessantes zu finden, etwa das schon im Beiheft erwähnte Divertimento über Schweizer Lieder op. 1 für Cello und Quartett, das sicher auch mit chorisch besetzten Streichern begleitbar wäre.

Dr. Benjamin G. Cohrs [02.12.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Jacques Offenbach
1Concerto militaire G-Dur für Violoncello und Orchester
24 Impressions (Deux âmes au ciel, Introduction et Valse mélancolique, Rêverie au bord de la mer, La course en traîneau)
3Concerto Rondo

Interpreten der Einspielung

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