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CD-Besprechung

J. Myslivecek

cpo 2 CD 777 050-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 25.11.04

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cpo 777 050-2

2 CD • 1h 46min • 2003

Von all den Komponisten, die im Umkreis des jungen Mozart wirkten und diesen auch beeinflussten, stand Josef Myslivecek (neben Johann Christian Bach) dem heranreifenden Salzburger Genie wohl am nächsten. Ein ähnlicher Ton klingt auf, man könnte ihn gestisch nennen; auf jeden Fall bleibt die vokale Färbung gerade der instrumentalen Linie unverkennbar. Das Dutzend Myslivecek-Stücke auf diesen CDs unterstreicht diese Beziehung – Vater und Sohn Mozart waren mit Myslivecek persönlich bekannt, wechselten zudem Briefe – nachdrücklich. Vor allem die lyrischen Partien klingen mitunter verblüffend Mozart-nah. Als wolle sie solcher Verwechslung entgehen, trimmt Michi Gaigg das von ihr 1996 gegründete L’Orfeo Barockorchester (mit Sitz in Linz) vorab in den Eröffnungssätzen auf starke, sogar heftige Kontraste. Da gerät „Il Boemo“, wie er seinerzeit genannt wurde (das „Divino Boemo“ scheint eine spätere Zutat sein), in die Nähe des Sturm und Drang, was bei seiner doch eher idyllischen Schreibweise leicht forciert wirkt.

Den gebürtigen Prager Myslivecek hat es durch halb Europa verschlagen; seine künstlerische Heimat aber wurde Italien, und dort ist er in erster Linie als Opernkomponist berühmt geworden. Da diese 2-CD-Box sieben Sinfonien mit fünf Opern-Ouvertüren konfrontiert, zeigt sie das Gemeinsame dieser Gattungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf – und führt zugleich die Unterschiede vor. Denn zumindest im Ansatz tragen die Ouvertüren, bei all ihrer nie angetasteten Dreiteiligkeit (schnelle Einleitung, langsame Mittelepisode, Presto-Finale), den Keim zur Emanzipation in sich: indem sie das abstrakte Formschema einem dramatischen Zweck unterwerfen oder diesem zumindest zuneigen. Die „Atmosphäre“ des Bühnenstücks wird vorweggenommen, was das L’Orfeo-Ensemble neben kämpferischen Tönen auch zu subtilen Stimmungsschilderungen verlockt. Ein Tip zum Einhören: die festlichen Klänge des L’Olimpiade-Vorspiels.

Mario Gerteis † [25.11.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Myslivecek Sinfonie Nr. 1 C-Dur (Ouvertüre)
2 Sinfonie Nr. 2 A-Dur (Ouvertüre)
3 Sinfonie Nr. 3 F-Dur (Ouvertüre)
4 Sinfonie Nr. 4 D-Dur (Ouvertüre)
5 Sinfonie Nr. 5 B-Dur (Ouvertüre)
6 Sinfonie Nr. 6 G-Dur (Ouvertüre)
7 Ouvertüre zu Il Demetrio
8 Ouvertüre zu Romolo ed Ersilia
9 Ouvertüre zu L'Olimpiade
10 Sinfonie Nr. 5 g-Moll op. 1
11 Ouvertüre zu Motezuma
12 Ouvertüre zu Il Demofoonte

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
L' Orfeo Barockorchester Orchester
Michi Gaigg Dirigent
 
777 050-2;0761203705023

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