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CD-Besprechung

signum SIGX 114-00

1 CD • 55min • 1998-2000

05.04.2004

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Es liegt inzwischen viele Jahrzehnte zurück, daß der Verfasser der vorliegenden Rezension in der Hamburger Musikhalle einer der vielen Zuhörer und Bewunderer von Andrés Segovia († 1987) und Julian Bream gewesen ist. Die allgemeine Begeisterung war groß, wie ein einzelner Spieler, einsam auf großem Podium in sich versunken kauernd, mit zart gezupften Gitarrenklängen in dem riesigen Saal ohne jegliche akustische Verstärkung das Publikum in den atemlosen Bann einer dennoch spektakulär virtuosen und zugleich kantablen „stillen“ Musik zwingen konnte. Schallplatten und CDs haben längst die Hörerwartungen gegenüber den Gitarrensolisten wenn nicht verändert, so doch wesentlich intensiviert. Tilman Hoppstock gehört zu jenen Vertretern einer jüngeren Virtuosengeneration, die dank moderner Studiotechniken vom ersten Augenblick an ein verstärktes analytisches und strukturelles Zuhören ermöglichte. Damit war aber auch die Chance gegeben, dank entsprechend ausgetüftelter Griff- und Fingerartistik bisher wenig erschlossene Klangfarben auszuschöpfen. So scheint für diese Einspielung der mexikanische Gitarrenkomponist Manuel Ponce (1882-1948) gerade der richtige Mann zu sein, ein regelrechtes Feuerwerk solcher manuellen Fertigkeiten zu entfalten. Man darf, ja, man muß staunen, welche Möglichkeiten dieses „einsame“ Instrument hergibt, wenn es sich in einer ebenso empfindsamen wie stilkundigen und virtuos begabten Meisterhand befindet. Im Prinzip stellt sich dann kaum noch die Frage nach der Vorlage von Originalmanuskripten. Gleichwohl legt Tilman Hoppstock im gedruckten Textkommentar großen Wert auf solche Authentizität, obgleich er sie fast im selben Atemzug durch Auslassungen und Umstellungen außer Kraft setzt – namentlich bei Ponces 24(!) Pariser Präludien, von denen er nur acht in eigener Reihenfolge vorführt, oder mit den von ihm ausgesuchten 14 (von insgesamt 20) spanischen Folia-Variationen. An mangelnder Speicherkapazität der CD kann es nicht gelegen haben. Und ganz gewiß auch nicht an spieltechnischen Problemen, für die es bei Hoppstock keine Grenzen zu geben scheint. Darum also: ein Bravo (fast) auf der ganzen Linie!

Dr. Gerhard Pätzig [05.04.2004]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Manuel Maria Ponce
1Sonatina meridional (1932)
2Thème varié et Finale (1926)
38 Préludes (1929)
4Sonata III (1927)
5Folia de España

Interpreten der Einspielung

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