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CD-Besprechung

Richard Strauss: Die Liebe der Danae (Heitere Mythologie)

cpo 3 CD 999 967-2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 8

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Besprechung: 12.03.04

cpo 999 967-2

3 CD • 2h 45min • 2003

Meistens sind es ja die Tenöre, denen Richard Strauss in seinen Opern vokale Unmöglichkeiten zumutet. Interpreten des Apoll, Bacchus, Matteo, Kaiser, Menelas, der beiden italienischen Sänger im Rosenkavalier und im Capriccio können im wahrsten Sinne des Wortes ein Lied davon singen. In seiner 1952 verspätet uraufgeführten Oper – die für 1944 geplante Salzburger Premiere scheiterte kriegsbedingt –, der „heiteren Mythologie“ Die Liebe der Danae ist es der Bariton, Jupiter, dem der Komponist eine Tessitura abverlangt, die ihresgleichen sucht: hohe Fis, Ges, G zuhauf beherrschen die Partie, so dass schon für den Sänger der Uraufführung, Paul Schöffler, ganze Passagen nach unten transponiert werden mussten – nachzuhören auf dem von Orfeo publizierten Livemitschnitt von 1952 unter Clemens Krauss. Später behalf man sich oft noch uneleganter – man strich diese Stellen gleich vollständig. Mit einem Franz Grundheber, der sich als 66jähriger (!) in der Form seines Lebens befindet, stand für diese Aufnahme endlich ein Bariton zur Verfügung, der die Rolle im Original mit allen schikanösen Extremtönen beherrscht. 2002 begeisterte Grundheber als Jupiter bei den Salzburger Festspielen und im Frühjahr 2003 wiederholte er diese imponierende Tour de force in Kiel, die jetzt auf CD nachvollziehbar ist. Um Grundheber gruppiert sich ein insgesamt respektables Ensemble mit Licht und Schatten: Manuela Uhl überzeugt durch ein schönes Timbre, verfügt allerdings über zu wenig forte-Reserven und Höhenglanz für einen genuinen Strauss-Sopran à la Ursuleac oder Kupper. In der auch nicht gerade komfortabel liegenden Partie des Midas schlägt sich Robert Chafin wacker, offenbart aber artikulatorische Defizite. Um aus den kleineren Rollen jene Charakterfiguren herauszuarbeiten, die sie tatsächlich sind, müssten die Sänger hochkarätiger und darstellerisch prägnanter sein. Zu den musikalischen Pluspunkten zählt das blendend disponierte Kieler Philharmonische Orchester, das von Ulrich Windfuhr zu instrumentaler Transparenz und rhythmischer Verve animiert wird.

Kurt Malisch † [12.03.2004]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 R. Strauss Die Liebe der Danae (Heitere Mythologie)

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Franz Grundheber Jupiter
Hans-Jürgen Schöpflin Merkur
Paul McNamara Pollux
Manuela Uhl Danae
Cornelia Zach Xanthe
Robert Chafin Midas
Daniel Behle König, Neffe des Pollux
Martin Fleitmann König, Neffe des Pollux
Simon Pauly König, Neffe des Pollux
Hans Georg Ahrens König, Neffe des Pollux
Susanne Bernhard Semele
Cornelia Zach Europa
Gro Bente Kjellevold Alkmene
Katharina Peetz Leda
Opernchor Kiel
Philharmonisches Orchester Kiel
Ulrich Windfuhr Dirigent
 
999 967-2;0761203996728

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