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CD-Besprechung

J. Brahms

EMI 1 CD 5 57543 2

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9

Klangqualität:
Klangqualität: 9

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Besprechung: 29.12.03

EMI 5 57543 2

1 CD • 59min • 2002

Zuweilen ist es doch von Vorteil, bei der Einschätzung einer diskographischen Leistung auf das konzertante Erleben zurückgreifen zu können. So ging es mir kürzlich, als ich mich schon hinsetzen wollte, um etwas über die hier vorliegenden Brahms-Aufnahmen von Lars Vogt zu Papier zu bringen. Ich verschob das Vorhaben, weil in Wien im Rahmen eines Konzerts des Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Daniel Harding Lars Vogt angekündigt war – als Solist im d-Moll-Konzert von Brahms. Den günstigen Eindruck aus dem Wiener Konzerthaus im Gepäck, gewannen die Miniaturen op. 117–119 nicht unbedingt ein anderes, neues Gewicht, aber so manche anschlagssensible Kleinigkeit im Verlauf der leisen, schwebenden, zärtelnden Stücke aus den drei Werkreihen empfand ich beim neuerlichen Hören als zwingender und eindringlicher in ihrer grundsätzlich deutschen und bodenständigen Vermittlungsweise. Es mögen sich also all jene Musikliebhaber bestärkt sehen, die immer noch den leibhaftigen Konzerteindruck als wichtigstes Elixier des Musikhörens bezeichnen. Nicht im Widerspruch zum Tonträger, sondern als Voraussetzung für eine echte Kontaktnahme mit dem betreffenden Künstler.

Vogts klares, bei aller Differenzierung in der Einzeltondosierung und bei aller geschmeidigen Gewichtung in den mehr fluktuierenden Passagen doch eher erdiges, im Gegensatz etwa zu Kempff mehr vom Baß aus motiviertes Spiel erweist sich aus dieser konzertant-medialen Doppelperspektive als äusserst tragfähig in allen Bereichen der Brahmsschen Expression. Es ist beherrscht in den rhapsodischen, in den balladesken Episoden (op. 118 Nr. 3, op. 119 Nr. 4), es verliert sich in den träumerischen Sequenzen (etwa op. 117 Nr. 2 oder op. 118 Nr. 6) nicht in konturlosen Spekulationen - stets weiß der Hörer (auch ohne Partitur), in welcher Phase eines Stückes er sich befindet. Das heißt: Vogt agiert nicht als Verführer, sondern als Lenker, sozusagen als gescheiter akustischer Vorkoster.

Peter Cossé † [29.12.2003]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Brahms Drei Intermezzi op. 117
2 Sechs Klavierstücke op. 118
3 Vier Klavierstücke op. 119

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Lars Vogt Klavier
 
5 57543 2;0072435575425

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