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CD-Besprechung

Farao Classics B 108 040

4 CD • 3h 46min • 2002

22.01.2003

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 7
Klangqualität:
Klangqualität: 8
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 8

Dieser Münchner Premierenmitschnitt der Walküre, deren szenische Realisierung wegen des überraschenden Todes des Regisseurs Herbert Wernicke von Hans Peter Lehmann übernommen wurde, zeigt ein disparates musikalisches Erscheinungsbild: exzellent gelungene Rollendebüts stehen neben desolaten stimmlichen Bankrotterklärungen. Das Positive zuerst. Von Peter Seifferts erstem Siegmund hatte man sich ja einiges versprechen können, wenn auch zu befürchten war, dass die tiefe Tessitura der Partie ihm nicht eigentlich liegen würde. Aber Seiffert kam erstaunlich gut damit zu Recht, überzeugte mit kraftvoll-virilem Tenorklang und einer von ihm ungewohnten temperamentvollen Darstellung. So mühelos dürfte sich derzeit kaum ein anderer Tenor in jeder Passage dieser Partie behaupten. Die eigentliche Überraschung des Abends aber gelang der zweiten Debütantin, der Japanerin Mihoko Fujimura als Fricka, die in dieser Rolle 2002 auch in Bayreuth ihren Einstand gab. Sie enthielt sich jeglicher keifenden megärenhaften Attitüde, sondern beeindruckte durch ruhige, selbstbewusste Autorität und noch mehr durch sattes, pastoses Mezzotimbre und ein gewaltiges Stimmvolumen. Von Kurt Rydl darf man wohl nicht mehr erwarten als das traditionelle Klischee eines Hunding-Porträts, d.h. martialisches Dauerforte und eine eindimensionale, holzschnittartige Darstellung. An Waltraud Meier faszinierte einmal mehr die Unbedingtheit ihrer Identifikation mit dem Schicksal der Sieglinde; ihre gestalterische Intensität ließ über einige Schärfen in der Höhe hinweghören. Gabriele Schnaut, die vor nicht allzu langer Zeit stimmlich höchst gefährdet schien, wirkte wieder souveräner, wenn auch nicht im Vollbesitz ihrer ehemaligen stimmlichen Mittel. Ein vokaler Totalausfall war John Tomlinson, der in seinem ersten Auftritt zu Beginn des zweiten Akts bereits so angeschlagen und heiser klang, als habe er die komplette Partie schon zweimal durchgesungen. Über seine höchst bedenkliche stimmliche Verfassung kann auch das intelligente und facettenreiche Spiel des Bassbaritons nicht hinwegtäuschen.

Zubin Mehta gelang eine – zumal im ersten Akt – kammermusikalisch transparente, feine Umsetzung der Partitur. Insgesamt zielt sein Dirigat eher auf Wohllaut, Klangbalance und Sängerfreundlichkeit als auf dramatische Schärfung der Akzente und konzise Zuspitzung der Tempi.

Kurt Malisch † [22.01.2003]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Richard Wagner
1Die Walküre

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