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CD-Besprechung

Joseph Haydn: L' Isola disabitata Hob. XXIX:9

Opus 111 2 CD OP 30319

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 6

Klangqualität:
Klangqualität: 6

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 6

Besprechung: 01.08.01

Opus 111 OP 30319

2 CD • 1h 59min • 2000

Haydn selbst nannte sein Stück L'Isola Disabitata leichthin eine Operette. Dagegen spricht einiges, unter anderem, daß die zugrundeliegende "azione teatrale" Metastasios mehrfach als Oper vertont worden ist, etwa von Jomelli, Traetta, Spontini und Paisiello, um nur die zu ihrer Zeit Berühmtesten zu nennen. Im übrigen ist es ein rechtes Rührstück, das hier auf einer "unbewohnten Insel" abläuft, also auf einem jämmerlichen Schauplatz, wenn dem gespreizten Haushofmeister in Strauss' Ariadne Glauben zu schenken ist.

Mit der Operette ist es somit nichts, und dabei bleibt es auch, so man formale und substantielle Kriterien der Musik bewertet. Man fühlt sich tatsächlich wie in einer "Seria": Dazu trägt eine ausgiebige vierteilige Sinfonia bei, sieben Arien (mit Orchesterbegleitung, nicht secco!) und das zehn Minuten beanspruchende Finalquartett mit langer Einleitung und kunstvoller Auszierung sogar des Orchesterparts. Auf Dacapo-Arien hat Haydn verzichtet, obwohl das Libretto sie vorsah.

Die Story der 1779 uraufgeführten Oper dreht sich um Schiffbruch, Versklavung und Wiederfinden; sie nimmt etwas vorweg von Mozarts drei Jahre später herausgekommener Entführung aus dem Serail, doch wirkt sie quasi eindimensional, weil auf der einsamen Insel Beziehungskonflikte ausgeklammert bleiben. Alle Seelenqual konzentriert sich darauf: Lebt Costanza noch nach jahrelanger Trennung?

Ein noch junges Instrumental-Ensemble, die 1994 gegründete Academia Montis Regalis, spielt auf alten Instrumenten, wobei sie ein typisches Klangbild realisiert: herb und sauber, doch ohne Schärfen. Dabei hat sich der für stringentes Musizieren eintretende, stets um differenzierte Dynamik bemühte Dirigent Alessandro De Marchi, der schon mehrfach mit René Jacobs gearbeitet hat, spürbar Verdienste erworben. Den Eindruck robuster Bühnentauglichkeit konnte freilich schon die bekannte Aufnahme unter Antal Doráti nicht wirklich vermitteln. Wo diese mit Renato Bruson überrascht, in der (Buffo)-Partie des Enrico, profitiert auch die neue Edition durch einen sonoren, flexiblen Bariton (Furio Zanasi). Für den Tenor Robert Lee (Gernando) spricht zumindest seine kultivierte Stimmführung. Anke Herrmann ist eine jugendliche Silvia, die sich auch darum kümmert, ihren unten etwas engen Sopran sorgfältig legato fließen zu lassen. An Katharina Kammerloher (Costanza) gefällt besonders, wie sie mit abgedunkeltem, gut kontrolliertem Mezzo in mäßiger Höhe schöne piani realisiert. Auch findet sie durch genügend Reserven Zugang zu dramatischen Bereichen der Partie. Textbeilage in vier Sprachen, Klangbild etwas hallig.

Hermann Schönegger [01.08.2001]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J. Haydn L' Isola disabitata Hob. XXIX:9

Interpreten der Einspielung

Interpret(en)Besetzung
Anke Herrmann Sopran
Katharina Kammerloher Mezzosopran
Robert Lee Tenor
Furio Zanasi Bariton
Academia Montis Regalis Orchester
Alessandro de Marchi Dirigent
 
OP 30319;3386700303199

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