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CD-Besprechung

Bach

Kantaten Vol. 10

Bach

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 8

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 01.11.99

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BIS BIS-CD-951

1 CD • 63min • 1999

Im zehnten Teil seiner Gesamteinspielung der Bach-Kantaten legt Masaaki Suzuki nun drei Werke des ersten Leipziger Kantaten-Jahrgangs vor, die es von Ton Koopman bereits vor zwei Jahren in den Folgen 6 und 7 seiner Gesamteinspielung gab. Wer sich bei den Kantaten für die japanisch-schwedische Koproduktion entschieden hat, der wird sich auf eine lange Aufnahmedauer einstellen müssen. Und je länger die beiden Projekte werden, um so auffälliger sind die Unterschiede zwischen dem "japanischen" und dem "holländischen" Bach. Koopman präsentiert seit nun schon vier Jahren einen Bach in schlichter protestantischer Demut, sein Schüler Suzuki legt auf Üppigkeit und Ausdruckskraft viel Wert. Beachtenswert etwa sein Mut zu Dissonanzen, die er im Schlußchoral von BWV 105 (Tr. 6) auskostet. Das klingt lebendiger und spannender als die gleiche Stelle bei den Amsterdamer Künstlern.

Keine Frage, daß Suzuki viele Tempi schneller angeht als Koopman. Und obwohl die Kantate BWV 179 in der vorliegenden Aufnahme sogar eine Minute länger dauert als in der Vergleichseinspielung, ist doch der Eindruck beherzterer Vitalität nicht zu verleugnen. Oft gewinnt die Musik dadurch. Vorteilhaft auch die Entscheidung, den kleinen Chor im Vordergrund zu präsentieren. Während man beim Amsterdamer Barock-Chor oft das Textbuch zur Unterstützung braucht, versteht der Hörer beim Bach Collegium Japan jede einzelne Silbe, die Artikulation von Schlüssel-Worten wie "Knecht" kann selbst für muttersprachliche Ensembles zum Musterbeispiel werden. Unverständlicher aber wird Suzukis Tempo in Arien wie Bist du, der mir helfen soll aus BWV 186 (Tr. 15), in der er Orgel und Cello fast im doppelten Tempo Koopmans eilen läßt.

Bei den Vokalsolisten wird die Entscheidung zwischen beiden Einspielungen zur Geschmackssache. Makoto Sakurada im japanischen Team bietet einen geschmeidigen Tenor, doch Paul Agnew und Gerd Türk gehen mit der deutschen Sprache souveräner um. Peter Kooy singt sicher nicht so demutsvoll wie Klaus Mertens, doch sein ausdrucksvolles Timbre paßt gut zu Suzukis üppig-prächtigem Interpretations-Ansatz. Koopman wählte die klangschöne Elisabeth von Magnus für die Alt-Partien in BWV 105 und 186. Sein Schüler wartet hier mit dem Counter-Tenor Robin Blaze auf, der zwar höhensicher ist, aber zu wenig aus seiner Partie macht. Die junge Schwedin Miah Persson läßt zwar gegenüber Lisa Larsson und Ruth Ziesak in der Vergleichseinspielung einige gestalterische Finessen vermissen, doch ihr klarer und sanfter Sopran ist die Überraschung dieser CD. Vor allem aber beeindruckt, daß Suzuki in seiner Gesamteinspielung auch hoffnungsvollem Nachwuchs Platz einräumt: Mit diesen Künstlern kann das Projekt zweifellos noch 15 Jahre fortgeführt werden.

Hagen Kunze [01.11.1999]

Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.KomponistWerkhh:mm:ss
1 J.S. Bach Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht BWV 105 (Kantate)
2 Siehe zu, daß deine Gottesfurcht nicht Heuchelei sei BWV 179 (Kantate)
3 Ärgre dich, o Seele, nicht BWV 186 (Kantate)
 
BIS-CD-951;7318590009512

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