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Besprechung CD

Franz Schubert

Complete Works for Violin and Piano
Tomoko Sawallisch Piano • Ingolf Turbarn Violin

TYXart TXA26215

2 CD • 1h 55min • 2023, 2024

25.03.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 9
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Franz Schuberts Werke für Violine und Klavier haben genau den Umfang, der auf zwei CDs passt. Es sind die drei Sonaten des Neunzehnjährigen, die der geschäftstüchtige Verleger Diabelli als „Sonatinen“ herausgegeben hat, dazu kommen die als „Grand Duo“ veröffentlichte Sonate A-Dur, das h-Moll-Rondo und die bedeutende C-Dur-Fantasie aus dem Jahr 1827.

Die frühen „Sonatinen“

Nach Mozarts Vorbild nannte Schubert die ersten drei Stücke noch „Drei Sonaten für’s Pianoforte mit Begleitung einer Violine“, obwohl die Instrumente durchaus gleichberechtigt agieren. Hört man die Wiedergabe von Ingolf Turban und Tomoko Sawallisch, dann scheint die ursprüngliche Bezeichnung doch angemessen zu sein. Denn die Pianistin geht meist mit kräftigem Anschlag zur Sache, rückt beispielsweise die wiederholten Akkordbegleitungen fast in den Vordergrund. Der schlanke, präzise Ton des Geigers gerät so immer wieder etwas ins Hintertreffen. Und auch die Tontechnik kann das leichte Ungleichgewicht nicht immer ausgleichen.

Steigerung zum „Rondeau brillant“

Ähnliche Eindrücke vermittelt auch die Interpretation der A-Dur-Sonate, die ein Jahr später komponiert wurde. Doch beim h-Moll-Rondo, das als „Rondeau brillant“ fast zehn Jahre später erschienen ist, ändert sich das Bild. Es scheint, als ob die höheren technischen Ansprüche die Interpreten beflügelt hätten. Hier erlebt man ein spannendes, begeistertes Musizieren, das ausgewogen ist und das zudem ein ausgefeiltes Miteinander präsentiert. So fallen auch manche Längen des Stücks nicht ins Gewicht.

Bedeutende Fantasie

Den Höhepunkt erreicht das neue Album mit der C-Dur-Fantasie D 934, die Schubert 1827 für den jungen tschechischen Violinvirtuosen Josef Slavik schrieb. Die rätselhafte Einleitung mit dem Klaviertremolo könnte noch etwas verhangener gestaltet werden, doch die im Zentrum stehenden Variationen über das Rückert-Lied Sei mir gegrüßt werden mitreißend gestaltet, wobei die Brillanz beider Instrumentalisten im Dienst einer mächtigen Steigerung steht. Dieser anspruchsvollen Aufgabe sind Ingolf Turban und Tomoko Sawallisch in jeder Hinsicht gewachsen.

Das Booklet bietet einen tiefgründigen Text von Georg-Albrecht Eckle zum Schaffen Schuberts sowie zu den einzelnen Werken in deutscher und englischer Sprache, zudem finden sich biografische Notizen zu den Interpreten. Ein kurzer japanischer Text schließt sich an.

Prof. Klaus Trapp [25.03.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Franz Schubert
1Sonatine Nr. 1 D-Dur op. 137 Nr. 1 D 384 für Violine und Klavier 00:12:45
4Sonatine a-Moll op. 137 Nr. 2 D 385 für Klavier und Violine 00:23:01
8Sonatine g-Moll op. 137 Nr. 3 D 408 für Klavier und Violoncello 00:17:30
CD/SACD 2
1Sonate A-Dur op. 162 D 574 für Violine und Klavier 00:21:56
5Rondo brillant h-Moll op. 70 D 895 für Violine und Klavier 00:04:26
7Fantasie C-Dur D 934 für Violine und Klavier (op. posth. 159) 00:19:44

Interpreten der Einspielung

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